transatlantik | literatur on air Bücher und Hörbücher, die Wellen schlagen

"Nun Herz, sprich!" - Sophie von Kessel und Sebastian Blomberg lesen aus "Romeo und Julia"

14. Februar 2009 | Geschrieben von Ines Wallraff

Foto (c) Uwe Tölle

Leidenschaft, Sorge und Verzweiflung, Freundschaft, Eifersucht, Erotik, immer wieder Sehnsucht und Hoffnung: Die größten Dramatiker der Weltliteratur haben in ihren Stücken unvergleichliche Worte für die Vielgestaltigkeit der Liebe gefunden. John von Düffel hat die schönsten und packendsten Liebesdialoge aus den Theaterstücken zusammengestellt. Sophie von Kessel und Sebastian Blomberg lesen, spielen, durchleben in "Und was ich hab, das leg ich dir zu Füßen..." die verschiedenen Rollen von Schillers "Kabale und Liebe", über Rostands "Cyrano de Bergerac" und vielen anderen, bis hin zu Büchners "Leonce und Lena". Zum Valentinstag hier ein Ausschnitt aus "Romeo und Julia":

 
 

Dem Vergessen entrissen - Eine Hommage an Richard Yates

19. Januar 2009 | Geschrieben von Ines Wallraff

"Mit "Zeiten des Aufruhrs" wurde Richard Yates, was er sich als junger Mann so demütig wie größenwahnsinnig gewünscht hat: der Fitzgerald seiner Zeit", schreibt Eva Menasse in ihrem Nachwort zu dem großartigen Roman "Zeiten des Aufruhrs", der nun mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio in den Hauptrollen ebenso großartig verfilmt, den Autor wieder für ein großes Publikum zu Entdecken erleichtert.

"Dem Vergessen entrissen - Eine Hommage an Richard Yates" war so auch der Abend im Kölner Schauspielhaus im Rahmen der achten lit.COLOGNE betitelt. Maria Schrader und Joachim Król boten einen "Triumph der Vortragskunst" (KstA) mit Lesungen aus "Zeiten des Aufruhrs", "Easter Parade", "Elf Arten der Einsamkeit" und "Verliebte Lügner". Atemlos folgte das Publikum der Vielgestaltigkeit von Hoffnung, Sehnsüchten, Lebenslügen, Einsamkeit und Abgründen des Scheiterns. Und so war Scheitern auch das Leitmotiv von Roger Willemsens kongenialem Vortrag über das Leben von Richard Yates, der den Rahmen durch die Lesungen des Abends setzte.

 
 

"Man muss Komik ernst nehmen - nur dann ist es lustig." Christian Ulmen in Gespräch

1. Dezember 2008 | Geschrieben von Ines Wallraff

Endlich liefert der Meister des absurden Humors, David Sedaris, mit "Schöner wird`s nicht" seine sehnlichst erwarteten neuen Kurzgeschichten aus seiner Parallelwelt.

Christian Ulmen hat diese für das Hörbuch gelesen. "Christian Ulmen und der US-Autor David Sedaris scheinen zwei echte Brüder im Geiste zu sein", tickert es über dpa: "Anders ist es nicht zu erklären, dass sich Ulmen so kongenial in den irren Kosmos von Sedaris neuen Erzählungen "Schöner wird´s nicht" einfühlen kann. Mit einer Mischung aus leicht spöttischer Sympathie, echter Gefühlsregung und distanzierter Skepsis erzählt Ulmen".

Nach den Hörbuchaufnahmen spricht Christian Ulmen über die Notwendigkeit, Komik ernst zu nehmen, über den Unterschied zwischen Live- und Studio-Lesungen, die Lust des Hörbuch-Einlesens ebenso wie über seine generelle Vorliebe für das Hörbuch (hören).

 
 

"Den Samen des Präsidenten im Gepäck" - Das Geheime Tagebuch der Carla Bruni

26. November 2008 | Geschrieben von Ines Wallraff

Die "Hummer-Marxistin" Carla Bruni vertraut sich ihrem Tagebuch an: Wir wagen einen Blick durchs Schlüsselloch, nehmen Teil am Geheimnis der ersten Begegnung und das Werbens des "reaktionären Männleins" um sie, bis hin zur Eheschließung mit einhergehenden First-Lady-Eskapaden. Wir erhalten Einblick in ein "ziemlich normales Frauenleben" zwischen Imageberater, Bambi-Nominierung, "Speed-Quitting" sowie die hartnäckige Eifersucht mindestens eines Verflossenen ("Eric, die alte Gitarre").

Esther Schweins liest Silke Burmesters "Das geheime Tagebuch der Carla Bruni" klug und komisch - und manchmal, wie sollte es bei diesem Thema anders sein, singt sie dabei!


 
 

"Das ist Udo Lindenberg!" - LEBENdIGITAL im Gespräch

20. Oktober 2008 | Geschrieben von Ines Wallraff

Der Gitarrist Detlev Cremer und der Keyboarder Jochen Rausch sind LEBENdIGITAL. Die beiden Musiker brachten 1982, damals noch unter dem Namen "Stahlnetz", ihr erstes gemeinsames Album heraus. Mit ihren vielgerühmten "Fausertracks" machten sie 2005 erstmals von sich reden: O-Ton-Lesungen von Jörg Fauser arrangierten sie mit elektronischer Musik und nahmen so Fausers Herausforderung "Wer liest schon Gedichte?" an. 

Fauserähnlichen Kultstatus, bisher vor allem als Musiker, kann Udo Lindenberg für sich geltend machen: sein letztes Studioalbum hat bereits Platin-Status erreicht. Zum "Club der Lindianer" zählen Jan Delay und Benjamin von Stuckrad-Barre ebenso wie zahlreiche Feuilletonisten.

Mit den "lindenbergtracks" legen Udo Lindenberg und LEBENdIGITAL etwas vollkommen Neues vor: elektronischer Sound unterstreicht die Poetik der Lindenberg´schen Bildsprache, Udo Lindenberg bleibt himself, staubtrocken, keine "musikalische Zuckrigkeit" bricht die Kraft der Sprache. 

 

(c) Tine AckeIm Gespräch erzählen Cremer und Jochen Rausch von Udo Lindenberg und ihrem gemeinsamen Projekt der "lindenbergtracks".


Wie kam es zu der Idee der "lindenbergtracks"?

Detlev Cremer: Wir haben 2005 die Fausertracks gemacht. Dafür vertonten wir Originalton-Gedichte des Schriftstellers Jörg Fauser mit unserer Musik. Das war eine sehr inspirierende Arbeit, aus gesprochenem Wort etwas Neues entstehen zu lassen, eben gesprochene Songs oder besser „spoken songs“, wie wir das nennen.


Aber Jörg Fauser war ein Literat, kein Musiker wie Udo Lindenberg.

Jochen Rausch: Ja, aber wenn man Udo Lindenbergs Texte liest, dann versteht man, dass da viel mehr ist als ein paar Worte für eine Gesangsmelodie. Für mich ist Udo Lindenberg einer der wichtigsten zeitgenössischen Poeten in Deutschland. Er hat sehr persönliche Lieder geschrieben, in denen sich viele Menschen wieder fanden – zum Beispiel „Horizont“ oder „Bis ans Ende der Welt“. Und da waren natürlich auch die gesellschaftspolitischen Themen, beispielsweise seine Songs zur deutsch-deutschen Geschichte. „Sonderzug nach Pankow“ etwa. Das Lied hat sicher mehr bewegt als so manche Rede im Bundestag zum selben Thema.


Zu all diesen Texten gehören aber auch starke Melodien. Kann man darauf verzichten?

DC: Es geht uns nicht darum, das vorhandene Lied in irgendeiner Weise zu verbessern oder zu verändern. Wir machen ja keine Remixe, sondern etwas völlig Neues. Wir rücken den Text und Udos Sprechstimme viel weiter in den Vordergrund, als dies bei einem Song der Fall sein kann.

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wieder stark, wieder wach - Udo Lindenberg und LEBENdIGITAL

7. Oktober 2008 | Geschrieben von Ines Wallraff
(C) Tine Acke

Transformation. "Lyrics" werden Lyrik, diese Texte dann zu "spoken songs":
Udo Lindenberg spricht die Texte seiner eigenen Titel, die von den Musikern Detlev Cremer und Jochen Rausch (LEBENdIGITAL) mit elektronisch-akustischen Tracks neu vertont und so zu den "lindenbergtracks" geworden sind. "Meer der Träume", "Baby, wenn ich down bin" und "Bis ans Ende der Welt" sowie acht weitere seiner Stücke, aufgenommen im Dezember 2007 zuhause bei Udo Lindenberg, im Hamburger Hotel Atlantic. Hier auch erzählt Udo Lindenberg wie die Arbeit an diesem Experiment zu einer Reise durch seine Vergangenheit wurde, wie er seine eigenen Texte neu entdeckte.

Udo, es gibt Texte von Dir, die sind Allgemeingut: "Hinterm Horizont geht’s weiter" oder im "Sonderzug nach Pankow". Welche Ansprüche hast Du an Dich selber beim Texten?

Bei meinen Texten habe ich mir immer vorgestellt, dass sie auch als Gedichte, auch als Lyrik funktionieren. Der Text muss auch ohne Musik dastehen wie eine Eins.

Aber LEBENdIGITAL haben Deinen gesprochenen Texten wieder Sounds und Grooves hinzugefĂĽgt.

Man kann ja auch mit den Texten alles Mögliche machen. Man kann sie sprechen, man kann sie wieder neu bearbeiten oder so etwas tun, was jetzt auch LEBENdIGITAL damit gemacht haben. Was dann aber eine echte Überraschung für mich war: die Sounds, die Athmosphären, die Grooves. Ich finde, das ist eine sehr spannende Sache geworden.

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"Wer Handlung will, soll zum Catchen gehen!" - Harry Rowohlt und der Interviewer schweifen ab

8. September 2008 | Geschrieben von Ines Wallraff

„’Schwule Säue’, sagt Wasja, ‚gehören alle in die Produktion’ – da wusste ich, das ist ein gutes Buch“, sagt Harry Rowohlt über den Moment der Entscheidung, „Depeche Mode“ von Serhij Zhadan als Hörbuch einzulesen.


Desweiteren räsonieren Harry Rowohlt und der Interviewer über flüssiges Weglesen und fließende Übersetzungen, über Witziges, bodenlos Witziges und Aberwitziges. Und werfen uns Zuhörern das Bild einer Heidekönigin in Urlaub in den Dolomiten vor die Ohren. Oder sonstwohin!?

Und: der Paganini der Abschweifungen singt!