Sandra Brown – »Kalter Kuss«

978-3-7341-0083-3Während der großen Firmenfeier, die die Lyston’s alljährlich am Memorial Day veranstalten, zieht ein schweres Unwetter auf; ein Tornado hinterlässt eine Schneise der Verwüstung und fordert viele Menschenleben. Bei den Aufräumarbeiten wird auch die 16-jährige Tochter Susan Lyston tot unter einem umgestürzten Baum geborgen. Allerdings stellt sich heraus, dass sie bereits vor dem Unwetter erwürgt wurde.

Zu den Hauptverdächtigen gehört auch Susan’s fester Freund Denton Carter, mit dem sie sich zuvor heftig gestritten hatte. Er kann jedoch mit Hilfe seines väterlichen Freundes Gall ein wasserfestes Alibi vorweisen. Daher konzentrieren sich Polizei und Staatsanwaltschaft nun auf Allen Strickland, Susan’s letzten Tanzpartner an dem Abend. Er wird schließlich verhaftet und verurteilt, obwohl seine Schuld in einem reinen Indizienprozess nicht zweifelsfrei bewiesen werden kann. Bei einem Hofgang im Gefängnis wird er später erstochen.

18 Jahre später schreibt die zur Tatzeit 12-jährige Bellamy Lyston Price, die Schwester der ermordeten Susan, unter dem Pseudonym T.J. den Roman »Kalter Kuss«, in dem sie die damaligen Geschehnisse aus ihrer Sicht verarbeitet. Zwar gibt sie den Figuren andere Namen, da sie jedoch eindeutig zu erkennen sind, sorgt er für große Aufregung.

Die Lage eskaliert, als Rocky Van Durbin, Journalist der Boulevardzeitung EyeSpy, Bellamy Lyston Price als Autorin identifiziert und mit seinem Wissen an die Öffentlichkeit geht. Sie ist fortan nicht mehr sicher: Ihr wird nachgestellt und sie erhält anonyme Drohungen. Und auch auf Denton Carter, den sie wiedertrifft und der sie von nun an begleitet, werden Übergriffe verübt.
Heißt das, dass der wahre Mörder wirklich noch frei herumläuft?

Welche Rolle spielen die damaligen Ermittler und der Staatsanwalt sowie Ray Strickland, der Bruder des verhafteten Allen? Und hat Denton Carter wirklich lautere Absichten, wenn er sich an Bellamy heftet?

 Fazit:

Da man als Leser die Beziehungen der einzelnen Mitwirkenden zueinander noch nicht kennt, versteht man anfangs die Anfeindungen kaum, geschweige denn, warum Bellamy plötzlich wieder den Kontakt zu Dent sucht, obwohl alle aus ihrer Familie auf den ruppigen Zyniker nicht gerade gut zu sprechen sind. Erst nachdem Bellamy über die Ereignisse von damals zu sprechen beginnt, verändert sich die Stimmung des Thrillers schlagartig. Bellamy, Dent wie auch die anderen Charaktere nehmen augenblicklich Konturen an, entwickeln sich teilweise auch noch überraschend und werden von Sandra Brown lebendig beschrieben.

Die Story entwickelt sich, nachdem der Knoten geplatzt ist, äußerst spannend und temporeich.

Zumeist verfolgt man die Nachforschungen von Bellamy und Dent, erlebt ihre zögernde Annäherung zueinander und fragt sich immer wieder, ob der verurteilte Allan Strickland wirklich der Mörder von Susan Lyston ist. Aber neben der packenden, unvorhersehbaren Story kommt bei Sandra Brown natürlich auch die Liebe nicht zu kurz und schon nach wenigen Seiten knistert es gewaltig zwischen Bellamy und Dent. Wobei dieser Part aber gut dosiert ist und nicht zu viel Raum in dem fesselnden Thriller einnimmt.

Wieder einmal schafft es Sandra Brown mich komplett zu faszinieren. Ich kann es kaum erwarten, bis ihr nächster Roman erscheint.

Viel Spaß beim Lesen wünscht
Maika von Transatlantik

Zur Autorin:

Sandra BrownSandra Brown arbeitete mit großem Erfolg als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie mit ihrem Roman »Trügerischer Spiegel« auf Anhieb einen großen Erfolg landete. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten internationalen Autorinnen, die mit jedem ihrer Bücher die Spitzenplätze der New-York-Times-Bestsellerliste erreicht! Ihren großen Durchbruch als Thrillerautorin feierte Sandra Brown mit dem Roman »Die Zeugin«, der auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte – ein Erfolg, den sie mit jedem neuen Roman noch einmal übertreffen konnte. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das klingt ja schon wie ein gut durchgeplanter Thriller. Nur die Sache, dass die jüngere Schwester dann mit dem Exfreund der ermordeten Schwester etwas anfängt, finde ich entbehrlich. Das ist nicht nur auf dieses Buch bezogen, so etwas wird einfach zu oft verwendet, finde ich und es ist immer nur vorhersehbar und bringt sonst eher wenig.

  2. Wirklich toll, dass ihr auch eine Rezension über Sandra Browns neuen Thriller schreibt. Sie ist einfach eine klasse Autorin. Ich lese auch gerne ihre Liebesromane.

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