Alles scheint aus dem Nichts zu kommen in diesem erstaunlichen Debütroman: Schnee, ein verschollenes Auto, ein Mädchen, das alles verzaubert. Julia Gäbels moderner Liebesroman ist ein kleines Wunderwerk voller unsentimentaler Gefühle und übernatürlicher Zufälle.
Unter der Leitung von Tom Kühnel und Suse Wächter hatte am Freitag im Schauspielhaus Graz Saša Stanišićs musikalisches Projekt „Go West. Eine Familie wandert aus“ seine Uraufführung: In den 1950er Jahren versucht eine singende österreichische Familie ihr Glück im großen Amerika. Und muss schmerzhaft feststellen, dass man dort auf die Gesänge aus der Heimat nicht unbedingt gewartet hat. Als das Scheitern und die Verzweiflung am größten sind, gibt ihnen ausgerechnet Candy Warhola noch eine Chance – Candy Warhola, die Grande Dame des amerikanischen Unterhaltungsalptraums, an derem unhintergehbarem Kunstverstand und haltlos brutalem Urteil die meisten Karrieren scheitern, bevor sie überhaupt erst angefangen haben.
In einer Umbaupause durften wir mit der atemraubenden Candy sprechen. Erlaubt war zwar leider nur eine (vorgeschriebene) Frage („Was sollen wir tun?“), aber das Gewicht der Antwort macht das locker wett.
John Burnside, dessen Roman 'Die Spur des Teufels' gerade bei Knaus erschienen ist, las am Sonntagabend im ausverkauften Kölner Polizeipräsidium. Matthias Brandt, vor kurzem mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet, gab die deutsche Stimme. Bilder und Ton von der Lesung werden nächste Woche nachgeliefert. Dann klärt sich auch, warum John Burnside zu Beginn der Lesung etwas nervös war.
Bernhard Robben zeigte einmal mehr, wie weit die Arbeit eines Übersetzers gehen kann. Sein Detailwissen zu Burnsides Biographie kam diesem sichtlich unheimlich vor. Robben wusste schließlich sogar den Namen der Schule die Burnside im Gespräch nur 'my school' genannt hatte.
Und Matthias Brandt stellte seine Klasse als Sprecher und Schauspieler eindrucksvoll unter Beweis.
Der schottische Lyriker und Erzähler John Burnside ist hierzulande noch kaum bekannt. Zu Unrecht, wie sein meisterhafter Roman «Die Spur des Teufels» zeigt. Zur Rezension von Manfred Papst in der NZZ
John Burnside liest:
25.03.2008 20.00 Uhr
Literaturhaus Hamburg
Helmut Mooshammer liest den deutschen Text
Moderation: Tanja Lieske
114 Schriftsteller aus 21 Ländern lesen an 11 Tagen an 21 Veranstaltungsorten bei 87 Veranstaltungen.Vom 8. bis 18. September 2010 findet das Harbour Front Festival in Hafencity in Hamburg stat. Unter anderem lesen Sebastian Fitzek, John Grisham und Ulrich Wickert, Hans-Olaf Henkel, oder Peer Steinbrück. Das komplette Programm finden Sie >>hier
Links
Buchtipp
Ins Freie von Joshua Ferris
Tim Farnsworth ist ein attraktiver Mann im besten Alter. Seine Frau Jane liebt ihn, trotz mancher Krisen, auch nach all den Jahren noch. Obwohl er meist bis spätabends in seinem Büro in einer angesehenen Anwaltskanzlei in Manhattan arbeitet, mag er seinen Job. Er liebt seine Familie, sein Haus und seine Arbeit wie nichts sonst auf der Welt. Und doch steht er eines Tages auf und geht fort. Nicht weil er möchte, sondern weil er muss. Weil ihn nichts mehr halten kann. Er macht sich auf den Weg, hinaus ins Freie. Doch es wird kein Aufbruch hin zu neuen Horizonten. Es wird ein Abstieg in die Abgründe seines Ichs, und so sehr seine Frau auch versucht, ihm dabei beizustehen, ist es am Ende doch ein Weg, den er ganz alleine gehen muss.