Augen auf für...
...Nick Hornby
Viele kennen ihn, haben wahrscheinlich ein paar Bücher gelesen oder zumindest eine Verfilmung gesehen.
Nick Hornby gilt als einer der wichtigsten aktuellen Vertreter der Popliteratur. Seine Kunst alltägliche Dinge, positive wie negative, so freundlich ironisch zu beschreiben macht ihn sehr beliebt und erfolgreich.
Nick Hornby wurde am 17. April 1957 in Redhill, in Großbritannien geboren. Nach seinem Abschluss ging er an die Universität Cambridge um Anglistik zu studieren. Schon während seiner Studienzeit begann er Bühnen-, Fernseh- und Hörspiele zu schreiben. Nachdem er Englischlehrer war, widmete er sich ab 1992 ganz dem Schreiben.
1992 erschien sein Debütroman »Fever Pitch«. In Tagebuchform wird das Leben eines FC Arsenal-Fans beschrieben, wobei jedem Eintrag ein Fußballergebnis vorausgeht. Das Buch wurde zweimal verfilmt.
In seinem zweiten Roman »High Fidelity« stehen seine Vorlieben zur Musik im Vordergrund. Der Mitte dreißig jährige Rob Fleming hat einen schlecht laufenden Plattenladen und wird von seiner Freundin Laura verlassen. Erst beginnt er sein altes Leben fortzusetzen- raucht in der Wohnung, ordnet seine Platten neu und beginnt mehr mit seinen Freunden Dick und Barry, ein verschüchterter, stiller und ein selbstgerechter Choleriker, zu unternehmen. Als er erfährt das Laura einen neuen Freund hat, beginnt er für sie zu kämpfen. Nach und nach erfährt man immer mehr über Robs Beziehung zu Laura, die er in seiner Zeit als DJ kennenlernte. Als er bei seinem Rückblick zunehmend in eine Sinnkrise gerät, entschließt sich Rob, seine „Top Five“- Verflossenen nochmals aufzusuchen, um die Ursachen seines Unglücks zu ergründen. Der Film wurde 2000 verfilmt.
Der dritte, ebenso erfolgreiche, Roman »About a boy«, den die meisten sicherlich aufgrund der Hugh Grant Verfilmung
kennen, beschreibt das Leben von Single Will Freeman. Sein Vater hat einen erfolgreichen Weihnachtssong geschrieben, der Will jährlich Tantiemen einbringt, sodass er sich um seine finanzielle Situation keine Sorgen machen muss. Durch den 12-jährigen Jungen Marcus, den er zufällig in der Folge seiner Pirsch bei einer Selbsthilfegruppe für Alleinerziehende, kennenlernt, wandelt sich alles. Der Titel des Buches ist übrigens angelehnt an den Nirvana- Song „About a Girl“.
Es folgten Bücher wie »How to be good«, »Speaking with the Angel« und »31 Songs«.
2005 erschien »A Long Way Down«, in dem es um den Talkmaster Martin Sharp, die einsame Hausfrau Maureen , den erfolglosen Rockmusiker JJ und die schwererziehbare Jess geht, die nichts verbindet, außer, dass alle vier in der Silvesternacht vom selben Hochhaus springen wollen. Es stellt den Versuch dar, Depressionen und insbesondere den Suizid unter einem ernsthaften, aber humorvollen Blickwinkel zu betrachten.
"Wir alle wenden so viel Zeit dafür auf, nicht zu sagen, was wir wollen, weil wir wissen, dass wir es nicht kriegen können. Und weil es unhöflich wäre, illoyal, kindisch oder banal."
Die Filmrechte wurden von Johnny Depp bereits vor der Veröffentlichung des Romans gekauft. Wann der Film herauskommen wird, ist noch unklar.
Nick Hornby hat einen autistischen Sohn und ist Gründungsmitglied von TreeHouse, einer Organisation, die sich für eine bessere schulische Betreuung von autistischen Kindern einsetzt.
Neben Prosa schrieb Nick Hornby auch für diverse Magazine und Zeitungen wie 'The Sunday Times', 'Time' und 'The
Independent'. Heute ist er auch als Popmusikkritiker für 'The New Yorker' tätig.
Für sein Drehbuch zum Film »An Education«wurde Nick Hornby 2010 für einen Oscar nominiert.
Er erhielt viele Auszeichnungen, unter anderen, 1992 den ‚William Hill Sports Book Of The Year-Preis’ für »Fever Pitch« , 1999 den ‚E.M.Forster-Preis, einen Preis der American Academy of Arts, 2003 den Writer's Writer Award, aber auch 2008 den Esel des Monats für »Slam«, eine Geschichte über einen 16 Jährigen Skaterfan, der zu früh Vater wird.
Nach »My Favourite Year«, 2005 , »Mein Leben als Leser«, 2005, und» All you can read - Bücher, die ich kaufe - Bücher, die ich lese« 2007, war sein letzter Roman »Juliet, Naked«, 2009, über einen gescheiterten Rockstar, Tucker Crowe, der in den 80er-Jahren Triumphe feierte, heute aber völlig zurückgezogen in einer amerikanischen Kleinstadt lebt und bald Großvater wird.
Nick Hornby selbst lebt eher zurückgezogen in London.
Quellen: contemporarywriters.com, die-leselust.de, wikipedia.de


