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Deutsche Autoren

 

Oskar Maria Graf

22. Juli 2010 | Geschrieben von T-Team

Heute hätte der bekannte deutsche Schriftsteller Oskar Maria Graf seinen Geburtstag gefeiert.

Ein Bayer, der sich einer antifaschistischen, humanistischen Lebenseinstellung verschrieb, er schloss sich der linken Arbeiterbewegung an und sparte seine Einstellung auch in seinen literarischen Werken nicht aus.

Oskar Maria Graf wurde vor 116 Jahren, am 22. Juli 1894 als neuntes Kind eines Bäckermeisters und einer Bauerntochter in Berg am Starnberger See geboren. Er besuchte ab 1900 die Dorfschule und erlernte nach dem Tod seines Vaters 1906 dessen Handwerk und arbeitete in der durch den Bruder Max übernommenen Bäckerei.

Im Jahre 1911 floh er vor den Misshandlungen seines Bruders nach München in der Hoffnung auf eine Existenz als Dichter. Er schloss sich dort Bohème- Kreisen an und jobbte als Posthelfer und Liftboy. 1912/13 war er als Vagabund im Tessin und in Oberitalien unterwegs, begleitet von dem Maler Georg Schrimpf, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Schrimpf illustrierte viele seiner späteren Werke. Schon 1912 begann Graf seine ersten literarischen Texte, hauptsächlich Gedichte und Aphorismen zu verfassen. Zudem wurde er Schriftführer der anarchistischen Gruppe "Tat“. Am 1. Dezember 1914 wurde Oskar Maria Graf zum Kriegsdienst eingezogen. 1915 diente er bei einer bayerischen Eisenbahntruppe an der Ostfront in Ostpreußen und Litauen. In dieser Zeit brachte die Zeitschrift »Die Freie Straße« erstmals eine Erzählung von ihm heraus.
1916 sollte Graf wegen Befehlsverweigerung abgeurteilt werden. Er wurde jedoch in die Irrenanstalt Görden bei Brandenburg (Februar/März), danach in Haar bei München (April bis Dezember) eingewiesen und nach einem zehntägigen Hungerstreik schließlich aus dem Militär entlassen.
1917 legte er sich auf Vorschlag des Künstlers Jacob Carlo Holzer den zweiten Vornamen Maria zu.

Am 26. Mai 1917 heiratete er Karoline Bretting. Im Jahr darauf wurde ihre Tochter geboren, das Ehepaar trennte sich jedoch noch im selben Jahr. Anfang desselben Jahres war Oskar Maria Graf wegen Teilnahme am Munitionsarbeiterstreik verhaftet worden. 1919 wurde er wegen der Teilnahme an den revolutionären Bewegungen in München erneut verhaftet.
1918 erschien sein erster Gedichtband «Die Revolutionäre«. Er gehörte zu den Aktivisten und Kämpfern der Revolution von 1918 um Kurt Eisner.

1919 begann seine Lebensgemeinschaft mit der Jüdin Mirjam Sachs, einer Schwester von Nelly Sachs. Die beiden heirateten am 2. Oktober 1944. Sie ist das "Fräulein" in Grafs späterem autobiografischen Bekenntnisroman "Wir sind Gefangene". Sein zweiter Gedichtband "Amen und Anfang" wurde ebenfalls in diesem Jahr veröffentlicht.
Ab 1920 war Oskar Maria Graf als Dramaturg am Arbeitertheater Die neue Bühne tätig.

1922 erschien sein erster Erzählungsband "Zur freundlichen Erinnerung, 1927 folgte sein autobiografisches Werk »Wir sind Gefangene«, welches sein literarischer Durchbruch war, der ihm eine Existenz als freischaffender Schriftsteller ermöglichte.
Am 17. Februar 1933 fuhr er zu einer Vortragsreise nach Wien. Dies war der Beginn seines anfangs „freiwilligen“ Exils. Nach der Bücherverbrennung der Nazis, bei der er "verschont" worden ist, veröffentlichte Graf am 12. Mai in der Wiener Arbeiter--Zeitung seinen Protest "Verbrennt mich!".
Ein Jahr später, 1934, wurden seine Bücher in einer eigens für ihn angesetzten Bücherverbrennung im Innenhof der Münchner Universität nachträglich verbrannt und seine Werke in Deutschland verboten, er selbst am 24. März ausgebürgert.
Im Februar war er nach Brünn in der Tschechoslowakei emigriert. Dann ging er nach Prag, wo er zur Redaktion der Monatsschrift Neue Deutsche Blätter gehörte.

1938 floh er über die Niederlande in die USA, wo er sich im Juli in New York niederließ. Er spielte gleich eine wichtige Rolle unter den Repräsentanten der Exilliteratur, ohne je recht die Sprache des Landes zu lernen. Er verweigerte seine Unterschrift unter der Bereitschaftserklärung, für die Freiheit Amerikas notfalls mit Gewalt zu kämpfen, weshalb ihm die amerikanische Staatsbürgerschaft zunächst verweigert wurde.
Im Oktober 1938 wurde er zum Präsidenten der German- American Writers Association ernannt. 1942 gründete er mit Wieland Herzfelde und weiteren emigrierten deutschen Schriftstellern den Aurora-Verlag.
Wie verbunden Graf mit seiner bayerischen Heimat war, zeigt die Tatsache, dass er stets mit Lederhosen durch New York spazierte, um so sein Heimweh zu stillen.

1940 erschien der mit am berühmtesten Roman »Das Leben meiner Mutter«.  Es ist eine Biografie der Mutter Grafs, der Theres »Resl« Graf, geborene Heimrath. Es ist aber auch eine Biografie seines Vaters, der zeitweise und lange im Fokus steht und der gesamten Sippschaft. Zudem gelingt es Graf mit geschichtlichen Einschüben eine Historie dieser Zeit von Ludwig II. bis zur NS-Zeit schreiben. Zuletzt ist es eine Geschichte der bayrischen Volkskultur, die ehrlich beschreibt, was auf dem bäuerlichen Land vor sich ging und wie der Wandel abgelehnt, akzeptiert und übernommen wurde.
Im Dezember 1957 erhielt Oskar Maria Graf dann doch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Im folgenden Jahr unternahm er erstmals nach dem Krieg wieder eine Europareise.

Am 11. November 1959 starb seine Frau Mirjam. 1960 wurde von der Wayne State University of Detroit zum Ehrendoktor ernannt, um sein kompromissloses Denken und Handeln zu würdigen. 1962 heiratete er seine dritte Frau Gisela Blauner.
1964 unternahm er wieder eine Europareise, diesmal mit Lesungen unter anderem in West- und Ostberlin. Zahlreiche Ehrungen folgen, unter anderem wurde er zum „korrespondierenden Mitglied der Akademie der Künste der DDR“ ernannt und In Würdigung seines bedeutenden literarischen Werkes mit der Ehrengabe und Goldmedaille der Stadt München ausgezeichnet.

1965 war seine letzte Europareise nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.
Oskar Maria Graf starb am 28. Juni 1967 im Mount Sinai Hospital in New York. Ein Jahr nach seinem Tod wurde seine Urne nach München überführt und auf dem alten Bogenhausener Friedhof beigesetzt.

Quellen: wikipedia.de, oskarmariagraf.de, buecher.hagalil.com, lesekost.de

 
 

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