Hunter S. Thompson – »Angst und Schrecken in Las Vegas«

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978-3-453-40137-2»Hunter S. Thompson ist unter den amerikanischen Journalisten der beste Schriftsteller, und unter den Schriftstellern ist er der beste Journalist.«

So beschreibt Claudius Seidl von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung den Autor von »Angst und Schrecken in Las Vegas«. Das Buch selbst spiegelt dieses Zitat wider. Ursprünglich als Werk des von Thompson begründeten Gonzo Journalismus geplant, schrieb er diesen Roman, bei dem die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen.

Raoul Duke bekommt Anfang der 70er Jahre den Auftrag, über ein Wüstenrennen zu berichten und reist deshalb mit seinem Anwalt, Dr. Gonzo, nach Las Vegas. Für die beiden bedeutet die Reise jedoch mehr. Sie wollen im kapitalistischen Herzen der USA den amerikanischen Traum finden, wie auch immer der heute aussehen mag.

Es ist eine Suche nach Freiheit. Nach dem Lebensgefühl, dass Duke Mitte der 60er Jahre in San Francisco erleben durfte. Und wie auch die Anhänger der Hippiebewegung, suchen die beiden ihr Ziel im Exzess. Viel mehr als den Startschuss bekommt der Journalist nicht von dem Rennen mit. Viel wichtiger ist ihm der Drogenrausch.
Doch der birgt, wie der Buchtitel vermuten lässt, auch Angst und Schrecken. Noch surrealer als die drogeninduzierten Halluzinationen sind nur die Absurditäten von Las Vegas.
Bevor er dem Chaos und der Paranoia entfliehen kann, erreicht ihn ein neuer Auftrag: Ausgerechnet er soll über eine Konferenz über illegale Drogen in Vegas berichten. Die wahren Abgründe stehen ihm erst noch bevor…

Raoul Duke ist ein Alter Ego des Autors Hunter S. Thompson, der tatsächlich mit dem Anwalt Oscar Zeta Acosta (Dr. Gonzo) Trips nach Las Vegas unternommen hat, um über besagte Ereignisse zu berichten.

Stattdessen schrieb Thompson diesen Roman. Als Stimme einer Generation zeichnet er ein gnadenloses Bild des typisch amerikanischen Las Vegas und der Abgründe des Drogenkonsums. Und das alles gelingt ihm mit unverwechselbarem Charme und Witz. Das Buch und die Verfilmung mit Benicio del Toro und Johnny Depp sind längst Kult. Beide Werke sind dafür bekannt zu polarisieren. Mich persönlich bringt vor allem das Buch jedes Mal zum Lachen und Nachdenken. Wer sich darauf einlässt, dem bietet sich hier viel mehr als nur eine Drogengeschichte.

„the true voice of Thompson is revealed to be that of American moralist … one who often makes himself ugly to expose the ugliness he sees around him.“
-Hari Kunzru

Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen (oder Schauen)! Euer Jascha

17329Hunter S. Thompson (alias Raoul Duke) wurde 1937 in Louisville, Kentucky, geboren. Er begann seine Laufbahn als Sportjournalist, studierte dann an der Columbia University in New York, bevor er wieder zurück zum Journalismus fand und als Reporter für die New York Times und viele andere Zeitschriften schrieb. Als Korrespondent für den National Observer ging er zwei Jahre nach Südamerika, wo er erstmals Bekanntschaft mit der Drogen- und Rocker-Subkultur machte. Als Begründer des Gonzo-Journalismus wurde er schließlich zu einer Ikone der Hippiebewegung. Zahlreiche Bücher machten ihn zur Kultfigur.

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