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»Schnell noch ein Buch für den Zug...«

 

Alles über Bahnhofsbuchhandlungen

5. Oktober 2012 | Geschrieben von T-Team

Heute in einer Woche ist es für uns wieder soweit. Unser Besuch auf der Frankfurter Buchmesse (10.-14. Oktober) steht an. Da heißt‘s für uns Münchner dann wieder: Viel Zugfahren. Klar, dass unsere letzte Station vor der Abfahrt eine der Bahnhofsbuchhandlungen am Hauptbahnhof ist – denn was gibt's Schöneres als ein gutes Buch für die Fahrt? Wir haben uns dort mal umgesehen und interessante Infos für euch zusammengetragen…

Bildquelle: VDBB-Pressebild [Link]

 

Bei einer Bahnhofsbuchhandlung handelt es sich um eine Sonderform des normalen Sortimentsbuchhandels, den jeder von uns aus seiner Heimatstadt kennt. Lustigerweise, und das sei vorweg gesagt, ist es nicht das Buch, das eine Bahnhofsbuchhandlung so einzigartig macht, sondern die Zeitungen und Zeitschriften, die ein solcher Laden im Sortiment hat. Denn anders als sonstige Presseverkaufsstellen (z.B. der Kiosk von nebenan oder der Schreibwarenladen um die Ecke) kann eine Bahnhofsbuchhandlung die Produkte direkt über die Verlage beziehen ohne sich vom örtlichen Pressegrossisten beliefern zu lassen. Sinn des Ganzen ist, dass dem Bahnhofsbuchhandel der sonst für gewöhnlich dem Pressegrossisten zustehende Rabatt ebenfalls zugutekommt.

 

Und das ist auch nötig, denn eine Bahnhofsbuchhandlung zahlt der Deutschen Bahn nicht nur erhöhte Ladenmieten, sondern muss allerlei Kriterien erfüllen, welche nicht selten auch erhebliche höhere Kosten nach sich ziehen: so ist ein Bahnhofsbuchgeschäft verpflichtet, mindestens 90 Stunden die Woche geöffnet zu haben, auch sonntags, was aber ja logisch erscheint, weil schließlich reisen die Leute nicht nur werktags und wollen dennoch vor oder während ihrer Reise noch eine Zeitung, ein Buch oder eine Zeitschrift kaufen. De facto haben Bahnhofsbuchhandlungen fast rund um die Uhr und das 365 Tage im Jahr geöffnet.
    Weiterhin ist vorgeschrieben, dass es mindestens 1.000 verschiedene Printerzeugnisse im Sortiment eines solchen Bahnhofbuchladens geben muss - ein Kriterium, welches die Läden mit oftmals dem sechsfachen Sortimentsangebot deutlich und mit Leichtigkeit erfüllen.  
    Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass Presse- und Bucherzeugnisse mindestens 70% der Angebotsfläche einnehmen müssen. Vor allem erstere sind aber auch hauptanteilig am Umsatz beteiligt. Erweitert wird das Sortiment meist noch von Tabakwaren, spezieller Reiseliteratur und ein kleines Snack- bzw. Getränkeangebot.

 

Die Idee einer Bahnhofsbuchhandlung führt man heute auf das Jahr 1848 zurück, in dem an der Euston Station in London zum ersten Mal ein solches Geschäft eröffnet wurde.
    1855 eröffnete der Universitätsbuchhändler Carl Schmitt im Heidelberger Bahnhof ein Geschäft für „Reiseliteralien“ – was den Bahnhofsbuchhandel dann auch offiziell in Deutschland etablierte. 
    Im Jahre 1905 schlossen sich die ersten Händler zum Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler e.V. zusammen, dem mittlerweile 33 Mitgliedsfirmen angehören. Sie vertreten 90 Prozent der insgesamt 500 Bahnhofsbuchhandlungen.

 

Wir schauen immer wieder gerne in eine der kleinen Bahnhofsbuchhandlungen. Vor allem ihr Charme mit ihrem meist hellen Licht, aufgeräumten Regalflächen und hellen Parkettböden machen sie zu einer ruhigen, stillen Oase für Lesefreudige und Interessierte an den wohl hektischsten Orten in Deutschland – den Bahnhöfen. Einladend strahlen sie einem auch entgegen, wenn man spätabends in einer zugigen Bahnhofshalle auf seinen Zug wartet, der mal wieder Verspätung hat, und auch wenn man zugegeben hauptsächlich Bestseller- und Publikumsliteratur dort findet, ist es immer wieder schön, sich dort mit ein wenig Stöbern die (Warte-)Zeit zu verkürzen.

 

Quellen:

http://www.vdbb.de/bahnhofsbuchhandel/

http://www.valoraretail.de./de/ueberuns/index.php

http://www.wikipedia.de

 
 

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