Buchtipp der Woche [Große Gefühle]
»Acht Minuten« von Péter Farkas
»Wenn die Sonne erlöschen würde, würden wir es acht Minuten lang nicht bemerken. Es dauert acht Minuten, bis die letzte Strahlung die Erde erreicht. Und irgendwie spielt sich diese Geschichte im übertragenen Sinne während der letzten acht Minuten eines Menschenlebens ab. Die Sonne ist schon erloschen, aber das Leben funktioniert noch eine Weile. Es ist das Vorzimmer zum Tod.«
Péter Farkas
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Heute wollen wir uns einem großartigen Buch widmen, das nicht nur mit großen Gefühlen aufwartet sondern auch zwei große Themen des Lebens, für manche die größten, nämlich die Liebe und das Sterben, thematisiert.
Péter Farkas beschreibt in seinem Roman »Acht Minuten« die letzten Tage eines alten Paares, beide an Demenz leidend, das versucht, trotz des Alterns und des nahe in der Zukunft liegenden Todes nicht seine Würde, ja vor allem nicht seine Liebe zueinander zu verlieren.
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Einfühlsam und anrührend schlüpft der Autor dabei in die Haut des Mannes, der hin und wieder seine eigene Ehefrau nicht mehr erkennt. Er erzählt von Situationen, in denen die Eheleute nichts mehr mit ihren Namen anzufangen wissen und dennoch, auf unheimlich rührende Art und Weise doch so sehr zueinander finden, wie sie es möglicherweise zuvor noch nie konnten.
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Geschickt zeigt Farkas auf, was wir eigentlich gar nicht ermessen können und nur zu erahnen versuchen: wie es ist, zu leben und dabei immer mehr zu verschwinden. Zu merken, dass man jeden Tag ein Stück mehr vergisst, verschwindet. Dem Tod immer näher kommt. Er schafft Mut, denn er beschreibt das Leben der beiden Demenzkranken als trotzdem erfüllend und ihre Liebe als eine Macht, die den Tod nicht nur besiegen kann, sondern ihm sogar seine negative Wirkkraft entzieht.
»Ich will das Altern und den Tod nicht verklären. Ich sage nicht, dass es schön ist – nein, es ist nicht schön. Aber es ist auch nicht hässlich, so ist das Leben eben« sagt Farkas selbst in einem Interview mit dem Verlag.
Einen guten Eindruck vom Erzählstil des Autors und von der emotionalen Dichte des Buches bekommt man schon nach wenigen Seiten der Leseprobe.
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Wir möchten euch überdies das ganze Interview mit Peter Farkas an dieser Stelle wärmstens empfehlen, ebenso wie diesen Roman, der wehtut, wo er soll, und Hoffnung stiftet, wo er kann.Â
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