Was machen eigentlich...
... die Autoren unserer allerersten Podcast-Bücher?
Wer in den vergangenen, brütend heißen Tagen einen kühlen Kopf bewahren konnte, dem ist sicher aufgefallen, dass der Sommerpodcast der 50. Podcast der Transatlantik Historie ist. 50 Podcasts über 52 Bücher von 53 verschiedenen Autorinnen und Autoren. Da ist mit der Zeit ganz schön was zusammengekommen. Wir möchten heute mal nachsehen, was die Hauptverantwortlichen für unsere allerersten Podcasts momentan eigentlich so treiben, woran sie arbeiten, was man dringend auch von ihnen lesen sollte.
Â
Fangen wir am besten gleich mit dem allerersten Podcast an. Paolo Giordanos Geschichte „Die Einsamkeit der Primzahlen“ läutete für Transatlantik ein großartiges Projekt ein, und für den Autor selbst war es ebenfalls ein Startschuss. Nicht nur, dass das Buch, das vor allem Kritiker herausragend lobten, auch auf der Kinoleinwand ein Erfolg werden sollte, sein Romandebüt war das meistverkaufte Buch Italiens im Jahre 2008. In der über 60-jährigen Geschichte des Premio Strega – des wichtigsten Literaturpreises in Italien – ist er der jüngste Preisträger überhaupt. Momentan ist noch kein weiterer Roman von Giordano auf Deutsch erschienen – doch keine Angst: Gut Ding will eben auch manchmal Weile haben.
 
Anders verlief es da schon bei John Burnside, dessen Buch „Glister“ unser zweiter Podcast war. Er hat seitdem mit „In hellen Sommernächten“ und „Lügen über meinen Vater“ schon zwei weitere Romane geschrieben und hierzulande veröffentlicht. Letzterer ist eine Autobiographie des Schotten und wurde z.B. mit dem Corine-Belletristikpreis der ZEIT ausgezeichnet. Wir haben reingelesen und können euch das Buch ebenfalls nur schwer ans Herz legen. Mehr dazu erfahrt ihr auf der Special-Seite zum Buch!
Â
Mit dem dritten Podcast gab es dann Superkräfte zu bestaunen. Andrew Kaufman schrieb sein Debüt „Alle meine Freunde sind Superhelden“, jene herrlich sympathische Story über den liebenswerten Tom und die wohl süßeste Liebensgeschichte 2009. 2010 erschien wieder ein Buch von Kaufman, wieder ähnlich surreal und abgedreht wirkend wie sein Erstling. In „Nach dir die Sintflut“ geht es um Aby, eine sog. „Aquatic“, also ein Mischwesen aus Frau und Fisch. Seine feine Schreibe und seinen Sinn für glückselige Momente in einer sonst total verrückten Geschichte hat Kaufman auch in diesem zweiten Roman wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Â
Ruhig geworden dagegen ist es seit seiner „Geschichte des Edgar Sawtelle“ – ebenfalls Erstlingswerk - um David Wroblewski, auch wenn wir schwer hoffen, in nächster Zeit von ihm zu hören, am besten zu lesen.
Â
Die ersten 5 Transatlantik Podcasts komplettiert Peter Richter mit „Gran Via“, eine Geschichte über eine wahrlich spanische Reise, über schöne Kunst und öliges Essen, verblüffende Frauen und verschlagene Männer, Deutsche im Ausland und Verhältnisse, die ihnen mehr als spanisch vorkommen.
„Gran Via“ war nicht Richters erster Roman, oder wiederum im genaueren Sinne schon wieder, denn der gebürtige Dresdner schrieb davor und danach nur Sachbücher bzw. Bücher mit stark gesellschaftsbezogenen Themen. „Blühende Landschaften“ und „Deutsches Haus“ erschienen vor „Gran Via“, danach veröffentlichte Richter im März 2011 ein Plädoyer „über das Trinken“, ein kluges und gleichsam auch humorvolles Buch mit einem guten Schuss Gesellschaftskritik. Bekannt ist Richter aber nicht nur durch seine Bücher. Auch durch seine Videokolumnen in der "Harald Schmidt Show" und auf faz.net erlangte er einen breiten Kreis an Fans, die ihn für seine ironische und beschwingte Sprache schätzen. Hier geht es zu einem Video, in dem sich Peter Richter selbst ein wenig über sein neuestes Werk auslässt. Viel Spaß!

       Â
