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Buchtipp der Woche [Junge Leute, junge Literatur]

 

Jenny Downham - »Bevor ich sterbe«

10. August 2012 | Geschrieben von T-Team

Am Sonntag bedarf es der Huldigung einer ganz besonderen Lebensphase, mit der jeder Mensch unwiderrufliche und wertvolle  Erfahrungen und Erinnerungen verbindet: Am 12. August findet der der Internationale Tag der Jugend statt.
Zu diesem Anlass stellen wir euch heute mit »Bevor ich sterbe« von Jenny Downham ein ganz besonderes Jugendbuch vor, in dem die 16-jährige Protagonistin Tessa niemals ihre Jugend hinter sich lassen wird.

    

Kann Liebe selbst das Sterben verändern?

     

Die Ärzte machen der 16-jährigen Tessa wenig Hoffnung. Ihr Kampf gegen die Leukämie scheint nach vier Jahren verloren. Tessa hat nicht mehr viel Zeit. Sie begreift, dass jetzt das Wort niemals ihr Leben beherrschen wird: niemals berühmt werden, niemals studieren, niemals einen Job, niemals Auto fahren, niemals lieben.
Doch  sie lehnt sich auf gegen dieses niemals, will nicht einfach verschwinden, sie will leben – wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. An die Wand ihres Zimmers schreibt Tessa, was sie noch tun will: Sex haben, einen Tag nur Ja sagen, Drogen nehmen, einen Tag lang Gesetze brechen, einen Tag berühmt sein. Sie ist fest entschlossen, nicht eher zu sterben, bis sie alle Punkte erfüllt hat. Die getrennt lebenden Eltern und der jüngere Bruder reagieren ebenso hilflos wie das Krankenhauspersonal. Tessa muss zurechtkommen mit der Hilflosigkeit, die sie umgibt. Nur ihre Freundin Zoey, die einzige, die sich vor Tessas Krankheit nicht fürchtet, wird sie bei der Abarbeitung ihrer Lebensliste unterstützen.
Entschlossen sucht sie sich einen Jungen für die erste Nacht, fährt mit dem Auto des Vaters ans Meer, ohne Führerschein. Tessa provoziert, schockiert, hält sich nicht an Regeln, die sie bald nichts mehr angehen werden. Was auch immer sie tut, es hat für sie keinerlei Konsequenzen mehr. Für Tessa gibt es keine Normalität.
Aber dann ist da noch Adam, der Junge aus dem Nachbarhaus. Adam ist anders. Er schaut nicht weg, wenn sie seltsame Sätze sagt. Er fragt sie nach ihrer Krankheit und will wissen, ob sie Angst hat. Eine Frage, die ihr noch niemand gestellt hat. Ihm kann sie ihre Gefühle mitteilen, er hält ihre Angst aus. Tessa spürt, dass etwas sie mit Adam verbindet. Doch gleichzeitig wehrt sie die aufkeimende Hoffnung ab. Aber Adam lässt sich nicht abweisen. Und er ist mehr als nur ein Punkt auf ihrer Liste. Mit Adam darf sie noch einmal träumen. Tessa ist verliebt.

   

Aber darf man lieben, wenn man stirbt?

      

Jenny Downham durchbricht mit ihrem Roman das Tabu, dass man wenigstens nicht über das Sterben spricht, wenn der Tod denn schon unvermeidlich ist. Und sie nimmt den Lesern die Angst vor der eigenen Endlichkeit, die sich überall verbirgt. Die Autorin hat als Schauspielerin in einer freien Theatergruppe gearbeitet, bevor sie anfing zu schreiben. „Bevor ich sterbe“ ist ihr erster Roman. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in London.

    

»Ich bekomme Briefe und E-mails von jungen Lesern, die sagen, dass sie weniger Angst vor dem Sterben haben, seit sie 'Bevor ich sterbe' gelesen haben. Die Reaktion hat mich umgehauen.« - Jenny Downham

     

Hier findet ihr alle bisherigen Buchtipps der Woche aus allen Buchtippkategorien!

 
 

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