Autorenporträt
Zum 88. Todestag von Joseph Conrad
Joseph Conrad, eigentlich Józef Teodor Nałęcz Konrad Korzeniowski (* 3. Dezember 1857 in Berditschew, Russisches Kaiserreich; †3. August 1924 in Bishopsbourne) war ein bedeutender britischer Schriftsteller polnischer Abstammung. Seine Romane, die um das Thema der menschlichen Einsamkeit und des Ausgeliefertseins kreisen, zählen zu den berühmtesten Werken der englischen Literatur.
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Conrad wurde 1857 als Sohn polnischer Eltern in Berditschew geboren, das nach der zweiten Teilung Polens unter russische Besatzung kam. Sein Vater, Apollo Korzeniowski, war Schriftsteller und Patriot, der William Shakespeare und Victor Hugo ins Polnische übersetzte. Er regte seinen Sohn an, polnische und französische Literatur zu lesen.
Aufgrund seines Engagement für einen unabhängigen polnischen Staat wurde der Vater 1861 verhaftet, zunächst in der Zitadelle von Warschau eingekerkert und neun Monate später ins nordrussische Wologda verbannt, wohin ihn seine Ehefrau Ewelina (geborene Bobrowska) und sein Sohn begleiteten. 1865 starb dort Conrads Mutter.
Der Vater wurde aus der Verbannung schließlich entlassen, wohnte noch kurze Zeit in Krakau, wo Conrad das Gymnasium besuchte, und starb 1869. Das Sorgerecht für das damals elfjährige Kind erhielt der Onkel Tadeusz Bobrowski. Er erlaubte dem sechzehnjährigen Jugendlichen, 1874 nach Marseille zu gehen, um Seemann zu werden.
1878 betrat Conrad erstmals britischen Boden. Im Jahre 1886 erhielt er dann schließlich die britische Staatsbürgerschaft. Erst relativ spät, etwa 1890, begann er seine Laufbahn als Schriftsteller.Â
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1888 wurde er Kapitän der „Otago“; es sollte seine einzige Position als Kapitän sein. Die Seeerlebnisse, insbesondere im Kongo und auf den malaiischen Inseln, bilden den Hintergrund seines Werkes. So hatte er an Bord der Otago schweres Fieber bekommen, das ihn nie wieder verlassen sollte, und musste in einem Kanu an Land gebracht werden. Das Kanu kenterte, aber Conrad wurde gerettet. Damals hatte er die Anfangskapitel seines ersten Romans bei sich. Er schrieb in englischer Sprache, die er erst mit 21 Jahren zu erlernen begonnen hatte. 1895 veröffentlichte er seinen ersten Roman Almayers Wahn. Doch erst 1914 hatte er seinen literarischen Durchbruch mit Spiel des Zufalls. Seine Romane und Erzählungen zählen zu den berühmtesten Werken der britischen Literatur des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
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Am 3. August 1924 starb Conrad an Herzversagen und wurde neben seiner Frau auf dem Friedhof von Canterbury begraben (siehe Foto). Auf seinem Grabstein steht ein Spruch von Edmund Spenser geschrieben, der auch Conrads vorletztem Roman Der Freibeuter vorangestellt ist:
»Sleep after toyle, port after stormie seas, ease after warre, death after life, does greatly please.«
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Buchtipp - »Herz der Finsternis«
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Die Erzählung Herz der Finsternis, an die sich der Film Apocalypse Now anlehnt, zählt heute zu einem von Conrads bekanntesten Werken:
Marlow, ein Zivilisationsflüchtling, hat als Kapitän auf einem Flußdampfer im Kongo angeheuert. Die bedrohliche Reise ins "Herz der Finsternis" führt ihn auf die dunkelsten Abwege europäischen Eroberungsstrebens. In seinem suggestiven, symbolisch verdichteten Meisterwerk zeigt Conrad, welch geringen Widerstand die Kultur, jener Kern westlichen Selbstverständnisses, dem Absturz in die Barbarei entgegenzusetzen vermag.
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»Joseph Conrads Novelle 'Herz der Finsternis' ist eine der stärksten und berühmtesten der Weltliteratur.« - Dresdner Morgenpost
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