Autorenporträt
Zum 50. Todestag von Hermann Hesse
„Sie wissen ja, wo diese andere Welt verborgen liegt, dass es die Welt Ihrer eigenen Seele ist, die Sie suchen. Nur in Ihrem eigenen Innern lebt jene andre Wirklichkeit, nach der Sie sich sehnen.“ (Der Steppenwolf)
„Immer ist es so gewesen und wird immer so sein, daß die Zeit und die Welt, das Geld und die Macht den Kleinen und Flachen gehört, und den anderen, den eigentlichen Menschen, gehört nichts. Nichts als der Tod.“ (Der Steppenwolf)
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Hermann Karl Hesse wurde am 02. Juli 1877 in Calw geboren.
Ihm wurden 1946 der Nobelpreis für Literatur und 1954 der Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste verliehen.
Er stammte aus einer christlichen Missionarsfamilie und wuchs in einem behüteten und intellektuellen Umfeld auf. Hesse war ein sehr fantasievolles und temperamentvolles Kind. Schon früh machte sich sein Talent bemerkbar: Ihm mangelte es nicht an Gedicht-Ideen, und er zeichnete wunderbare Bilder.
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1881 zog die Familie für fünf Jahre nach Basel, wo Hesse Schüler in der Internatsschule war. Im Juli 1886 zogen sie jedoch wieder nach Calw zurück, wo Hesse in die zweite Klasse der Lateinschule eintrat. Er wechselte 1890 auf die Lateinschule in Göppingen zur Vorbereitung auf das württembergische Landexamen.
Nachdem er das Landexamen bestanden hatte, besuchte er das evangelisch-theologische Seminar in Maulbronn. In Maulbronn zeigte sich im März 1892 der „rebellische“ Charakter des Schülers: Er entwich aus dem Seminar und wurde einen Tag später aufgegriffen.
Ab Ende 1892 konnte er das Gymnasium in Cannstatt besuchen, das er aber abbrach.
Nachdem er seine erste Buchhändlerlehre in Esslingen am Neckar nach drei Tagen beendet hatte, begann Hesse im Frühsommer 1894 eine 14 Monate dauernde Mechanikerlehre.
Die monotone Arbeit bestärkte Hermann Hesse, sich wieder der Literatur und geistigen Auseinandersetzung zuzuwenden. Im Oktober 1895 war er bereit, eine neue Buchhändlerlehre in Tübingen zu beginnen und ernsthaft zu betreiben. Diese Erfahrungen seiner Jugend hat er später in seinem Roman Unterm Rad verarbeitet.
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Im August 1904 heiratete Hesse die selbständige Basler Fotografin Maria Bernoulli. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor.
Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 meldete Hesse sich als Freiwilliger bei der deutschen Botschaft. Er wurde jedoch für untauglich befunden und für die Kriegsgefangenenfürsorge eingeteilt.
Als Hesse 1919 sein ziviles Leben wieder aufnehmen konnte, war seine Ehe zerrüttet.
Hesse siedelte Mitte April 1919 allein ins Tessin um.
1927 schrieb er den Steppenwolf von 1927, der sich für ihn als „ein angstvoller Warnruf“ vor dem kommenden Weltkrieg darstellte.
Im Jahr 1931 begann er mit den Entwürfen zu seinem letzten großen Werk, welches den Titel Das Glasperlenspiel tragen sollte.
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Die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland beobachtete Hesse mit großer Sorge. Hesse versuchte auf seine Weise, der Entwicklung in Deutschland entgegenzusteuern: Er hatte schon seit Jahrzehnten in der deutschen Presse Buchrezensionen publiziert – nun sprach er sich darin verstärkt für jüdische und andere von den Nationalsozialisten verfolgte Autoren aus. Jedoch wagte bald keine Zeitung mehr, Artikel von Hesse zu veröffentlichen.
Hermann Hesse, der nicht wusste, dass er seit langem an Leukämie litt, verstarb in der Nacht zum 9. August 1962 im Schlaf an einem Gehirnschlag.
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Der Steppenwolf ist die Geschichte von Harry Haller. Haller leidet an der Zerrissenheit seiner Persönlichkeit: Seine menschliche, bürgerlich-angepasste Seite und seine steppenwölfische, einsame, sozial- und kulturkritische Seite bekämpfen sich und blockieren Hallers künstlerische Entwicklung. Die Versöhnung kann nur durch die Akzeptanz der beiden Seiten entstehen. Erst mit der Betrachtung der Wirklichkeit vom Standpunkt des Humors werden Hallers weitere, im Roman nicht mehr beschriebene Schritte auf dem Weg seiner künstlerischen Vollendung möglich.
Die Figur Hallers enthält viele Anspielungen auf Goehtes Faust sowie auf Hermann Hesse selbst.
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Der Steppenwolf hatte einen wesentlichen Anteil am Welterfolg Hesses und an der Verleihung des Nobelpreises für Literatur. Das Werk erhielt jedoch widersprüchliche Beurteilungen: Einerseits scharfe Ablehnung, andererseits begeisterte Zustimmung. In Amerika verbannten selbst ernannte „Sittenwächter“ den Steppenwolf aus Bibliotheken.
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Als Hesse den Steppenwolf schrieb, litt er unter den Auswirkungen der technisch-rationalisierten Welt und der Zivilisation, durch die er Geist und Seele der Menschen gefährdet sah. Das Gefühl der Bedrohung durch nahe Katastrophen und neue Kriege ließ ihn nicht los.
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Hesse befand sich in einer tiefen persönlichen Krise, als er fast 50-jährig in sein Tagebuch schrieb: „Ich schmeiße alles hin, mein Leben, […] ich alternder Mann. Auf eure Welt anders zu reagieren als durch Krepieren oder durch den Steppenwolf wäre für mich Verrat an allem, was heilig ist.“ Wie der Autor selbst, so überlegt Harry Haller, die Hauptperson des Romans, sich umzubringen. Im Tractat vom Steppenwolf legt der Steppenwolf seinen 50. Geburtstag als den möglichen Tag fest, sich umzubringen. „Ich nahm mir vor, daß ich an meinem 50. Geburtstag, also in zwei Jahren, das Recht haben werde, mich aufzuhängen.“ Die Initialen H. H. des Protagonisten sind sicherlich absichtlich gewählt und identisch mit denen des Autors selbst.
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Quellen: Wikipedia.de, Zitate: »Steppenwolf«

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