Autorenportrait
150. Geburtstag von Arthur Schnitzler
Heute wollen wir einem der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne gedenken:
Vor 150 Jahren – am 15. Mai im Jahre 1862 - wurde der österreichische Erzähler und Dramatiker Arthur Schnitzler geboren.
Aufgewachsen ist der Literat in der wundervollen Stadt Wien: Zunächst besuchte er dort das Akademische Gymnasium, studierte danach an der Universität Wien Medizin und wurde 1885 zum Dr. med. promoviert.
Er praktizierte unter anderem als Assistenz- und Sekundararzt in einem Krankenhaus und wurde danach Assistent seines Vaters, der ein Laryngologe war. Doch bereits zu dieser Zeit beschäftige er sich mit seiner großen Leidenschaft – der Literatur.
In der Zeitschrift Der freie Landbote wurde 1880 sein literarisches Debüt Liebeslied der Ballerine veröffentlicht. Darauf folgten Gedichte und Erzählungen, aber auch eine wissenschaftliche Veröffentlichung. Einige Jahre schrieb er sogar Beiträge, unter anderem Rezensionen von Fachbüchern, für die Internationale Klinische Rundschau, die sein Vater gegründet hat. Nachdem sein Vater gestorben war, eröffnete er seine eigene Praxis.
Arthur Schnitzler hatte viele Bekanntschaften mit bedeutenden Persönlichkeiten, wie Hugo von Hoffmannsthal oder Sigmund Freud.
Er war außerdem einer der Hauptvertreter des Jungen Wien, der literarischen Wiener Moderne.
In seinen letzten Lebensjahren schrieb er vor allem Erzählungen, in denen er Einzelschicksale um die Jahrhundertwende aus psychologischer Sicht darstellt.
Unser Buchtipp:
Arthur Schnitzler – ErzählungenDer Meister der nuancierten Stimmungen lässt in seinen Erzählungen Gaukelei und Ernst, Leichtsinn und Schwermut, Wahrheit und Lüge ineinanderfließen. Melancholie ist die Stimmung, die Schnitzlers Werk trägt. Dabei ist alles von einer zarten Nonchalance umweht, so dass selbst die Tragik mitunter wie aufgehoben wirkt.
Der Band enthält sechs schillernde Novellen, allesamt Paradebeispiele „Schnitzlerscher
Erzählkunst“:
• Die kleine Komödie
• Reichtum
• Sterben
• Frau Beate und ihr Sohn
• Doktor Gräsler, Badearzt
• Flucht in die Finsternis
«Gerade durch ihre scheinbar souverän-distanzierte Erzählhaltung ziehen die Novellen den Leser unversehens in den Sog von zugleich einzigartigen und alltäglichen Begebenheiten, und sie nehmen ihn ein für Figuren, an denen, nach älteren Maßstäben gemessen, wenig Spektakuläres ist, die zu Helden nicht zu taugen scheinen... Heute bemerken wir unsere Ähnlichkeit mit den Schnitzlerschen Gestalten, vielleicht auch die Ähnlichkeit der in Auflösung begriffenen Ordnungen mit denen um 1900.»Burkhard Spinnen

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