Rund um die Welt
»Wie Hunde sterben« von Francisco Ayala
»Während sich alle um mich herum im Gebrauch des Fleischermessers oder der Machete üben, wenn nicht gar der Pistole, bediene ich mich der Feder: mit nicht weniger messerscharfem Vergnügen.«
Wohin entführt uns heute unsere Reise rund um die Welt? Reino de España – Das Königreich Spanien! Das im Südwesten von Europa liegende Land und die spanische Bevölkerung verbindet man mit Charme und Leidenschaft in allen Lebensbereichen. Den Spaniern liegt das Temperament einfach im Blut! Spanien hat auch große Literaten hervorgebracht und einen ganz besonderen wollen wir euch heute vorstellen: Franciso Ayala mit seinem Meisterwerk "Wie Hunde sterben".
In seiner Heimat längst ein Klassiker und auch bei uns als Meisterwerk vielstimmiger Erzählkunst gerühmt – Ayalas Diktatorenroman darf mit Fug und Recht Weltgeltung beanspruchen.
Luis Pineda, der Pinedito genannt wird, lebt in einem Unrechtsstaat, doch er bleibt wie durch ein Wunder unbehelligt von den politischen Wirren seines Heimatlandes. Er kann sich auf die Rolle des Beobachters zurückziehen, da er an den Rollstuhl gefesselt ist. So wird er unversehens zum Chronisten eines bestialischen Szenarios von ungeahnten Ausmaßen: Mord, Korruption, rohe Gewalt und der Greuel mehr, wohin das Auge blickt.
Dem kritischen Geist fällt in der übelsten aller möglichen Welten die Aufgabe zu, eine ungeschönte Chronik der laufenden Ereignisse zu erstellen. Doch ist der selbsternannte Aufklärer Pinedito tatsächlich der unbescholtene Beobachter, als der er sich ausgibt? Unter der Hand wird aus dem historischen Bericht eine umfassende Anklage, die auch seine eigene Rolle in Frage stellt: Denn wo verläuft der schmale Grat zwischen Verstrickung und Schuld, zwischen Mittäter- und Mitläuferschaft, zwischen Alibi und Lebenslüge?
»Nicht nur stofflich ist sein Erzählwerk der Moderne verpflichtet: dem Radio, der Zeitung und vor allem der Großstadt, deren nachmetaphysischen Bewohnern es wunderbare physiognomische Skizzen widmet. Es ist zugleich vom Bündnis der modernen Literatur mit der Soziologie geprägt.« Süddeutsche Zeitung
Geboren wurde Francisco Ayala im Jahre 1906 in der südspanischen Stadt Granada. Bereits vor seinem 20. Lebensjahr veröffentlichte er erste Gedichte. Nachdem er Jura studierte, kam er
1929 nach Berlin, wo er Deutsch lernte. Dort übersetzte er sogar Rilke und Thomas Mann ins Spanische und berichtete als Korrespondent für spanische Zeitungen über den heraufziehenden Nationalsozialismus.
Er ging jedoch ins Exil als der Spanische Bürgerkrieg ausbrach. Zunächst verschlug es ihn nach Argentinien, später hielt er sich als Literaturprofessor in den USA auf.
1976 kehrte er nach Spanien zurück und wurde mit den renommiertesten Literaturpreisen seines Landes geehrt: 1984 wurde er in die Real Academia aufgenommen, 1991 erhielt er den Premio Cervantes, 1998 den Premio PrÃncipe de Asturias. Am 3. November 2009 starb Francisco Ayala in seinem Heimatland in Madrid.
Bisher im Freitagsspecial »Rund um die Welt« erschienen: Archiv

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