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Der Verband der Literaturhäuser – Vermittler zwischen Autor und Leser

12. April 2012 | Geschrieben von T-Team

Jeder Literaturbegeisterte wird sie kennen, das ein oder andere Mal bereits Gast dort gewesen sein oder zumindest davon gehört haben: Die Literaturhäuser. So glänzen sie als standhafte Festungen in der Welt der Literatur, gestehen verschiedensten Veranstaltungen rund um das Thema Literatur und weit darüber hinaus Raum ein. Doch wie sind diese Mittelpunkte des literarischen Lebens überhaupt entstanden und was genau ist der Verband der Literaturhäuser?

Mit der Gründung des ersten Literaturhauses 1986 begann die Geschichte der Literaturhäuser in Berlin. Mittlerweile sind sie in ganz Europa zu finden und aus dem
Bemühen von Vereinen, Stiftungen oder Kommunen hervorgegangen, vor allem in einzelnen
Städten verstärkt Lesungen und Veranstaltungen rund um das Thema Literatur anzubieten.

 

11 Literaturhäuser sind unter dem Netzwerk der Literaturhäuser vereinigt. Neben acht deutschen Häusern sind noch Graz, Salzburg und Zürich vertreten. Die Literaturhäuser in Österreich besitzen zwar kein eigenes Netzwerk, arbeiten jedoch seit einigen Jahren unter dem Titel „mitSprache“ mit gemeinsamen Konzepten und Schwerpunkten.
Nachdem die deutschsprachigen Literaturhäuser bereits auf einige Jahre der überregionalen Zusammenarbeit zurückblicken, schlossen sie sich 2008 unter dem Namen „literaturhaus.net“ zu einem gemeinnützigen Verein zusammen. Nur wer dem Satzungszweck des Vereins entspricht, hat Ausblick auf eine Mitgliedschaft in dem Netzwerk. Umsetzung und Entwicklung neuer Projekte und gemeinsamer Veranstaltungen werden auf regelmäßigen Treffen vorgestellt und beschlossen.

 

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse wird seit 2002 der Preis der Literaturhäuser alljährlich an Autoren und deren bemerkenswerte Vermittlung ihres Werkes verliehen. Der Preis ist dabei in erster Linie nicht konkret als Auszeichnung zu verstehen, sondern stellt das Bestreben dar, die Preisträger in der Aus- und Weiterführung ihres Projekts zu unterstützen. Aufmerksamkeit wird dabei ganz besonders auf Autoren gerichtet, die durch ihr außergewöhnliches Engagement eine Brücke zum Leser schlagen. Aus diesem Grund besteht der Preis aus einer ausgedehnten Lesereise durch alle dem Netzwerk zugehörigen Häuser.
Mit dem diesjährigen Preis wurde der türkische Schriftsteller Feridun Zaimoglu ausgezeichnet, dessen Werke bei den Verlagen Kiepenheuer & Witsch sowie S. Fischer erscheinen.
Interessant ist auch der Umstand, dass der TV-Sender Arte  der wichtigste Partner des Netzwerks der Literaturhäuser ist.

 

Jüngst stand das Netzwerk der Literaturhäuser vor einer Entscheidung über die Veränderung der Strukturen. So wurde im Juni vergangenen Jahres auf einem Treffen über eine Erweiterung des Kreises der Mitglieder diskutiert, nachdem das Wiesbadener Literaturhaus einen Antrag auf Aufnahme in das Netzwerk gestellt hatte und dadurch unter den Mitgliedern eine Debatte auslöste.
Mit der Begründung, eine Vergrößerung würde die Umsetzung gemeinsamer Projekte erschweren, spricht sich das Netzwerk dagegen aus, obwohl in Deutschland, Österreich und der Schweiz an die 15 weitere Literaturhäuser existieren, die in Hinblick auf Konzept, Programm und finanzieller Leistungsfähigkeit zu den Mitgliedern passen würden.
Nach Treffen gegen Ende 2011 ist eine Entscheidung gefallen und in die Satzung aufgenommen worden: Neue Mitglieder sollen grundsätzlich nicht aufgenommen werden. Man befürchtete, das Netzwerk werde durch die Aufnahme weiterer Mitglieder „überfordert“.

 

Die Programme der Literaturhäuser haben stets eine prächtige Vielfalt zu bieten und spielen als Brennpunkte der Kultur eine zukunftsweisende Rolle für unsere Gesellschaft.

 


Quellen: literaturhaus.net, wikipedia.org, Börsenblatt, buchreport

 
 

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