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Rund um die Welt

 

»Liebe und Sinnlichkeit - Eine japanische Kulturgeschichte der Liebe« von Jun'ichiro Tanizaki

24. Februar 2012 | Geschrieben von T-Team

»Wie ein phosphoreszierender Stein, der im Dunkel glänzt, aber bei Tageshelle jeglichen Reiz als Juwel verliert, so gibt es ohne Schattenwirkung keine Schönheit. «

»Liebe, Schatten, Meisterschaft. Japan ist uns seit der Tsunami-Katastrophe nah gerückt. Grund genug, sich tiefer auf seine Kultur einzulassen, wozu sich wenig besser eignet als die Werke von Tanizaki Junichiro: luzide Beschreibungen japanischer Ästhetik und Erotik. « 
NZZ (02.05.2011)

Durch die Veröffentlichung des Essays »Liebe und Sinnlichkeit« am 21. März beim Manesse Verlag liegen Tanizakis Essays über die japanische Kultur nun vollständig in deutscher Sprache vor. Am 24. Juli 2011 fand der 125. Geburtstag des japanischen Schriftstellers statt.

Tanizaki Jun'ichiro (1886-1965), Sohn eines Kaufmanns aus Tokio, ist einer der wirkungsmächtigsten japanischen Autoren der Moderne. Beeinflusst von der Literatur eines Oscar Wilde, Charles Baudelaire oder Edgar Allan Poe, begab er sich mit seinen Romanen, Erzählungen und Essays auf die rastlose Suche nach Schönheit und Sinnlichkeit. In seiner Heimat längst eine Koryphäe, genießt das Wirken Tanizakis in Europa nach wie vor kaum Bekanntheit.
Nach einem Studium der englischen und japanischen Literatur ohne Abschluss, widmete Tanizaki sich seiner Schriftstellerlaufbahn und verbuchte bereits mit seinen Frühwerken Erfolg.

Zu Beginn der Moderne begann Japan, zahlreiche literarische Strömungen aus Europa aufzunehmen und ging erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts dazu über, den Naturalismus als literarische Strömung zu festigen.
Der Ästhetizismus, welcher sich aus verschiedenen literarischen Strömen bildete und sich in Japan etwa zeitgleich mit dem Naturalismus festigte, stellt eine Gegenbewegung zum wirklichkeitsabbildenden Naturalismus dar und auch Tanizaki verschrieb sich ihm.

Wie das berühmte »Lob des Schattens« schrieb Tanizaki Jun'ichiro auch seinen Essay »Liebe und Sinnlichkeit« Anfang der 1930er-Jahre. Im Moment der Öffnung gegenüber der westlichen Welt hielt er noch einmal fest, was die Identität Japans über Jahrtausende bestimmte.
Dabei geht es auch um Unterschiede und Spannungen zwischen Ost und West, sowie den Umbruch vom Traditionellen in das Neue.

»... nur angedeutete Zärtlichkeit. «
Die Fremdheit der japanischen Kultur und Sitten lassen sich für unser Verständnis oft nicht leicht entschlüsseln. Weshalb bestimmen beispielsweise Zurückhaltung und große Höflichkeit in Japan den Umgang zwischen Mann und Frau und weshalb sind Frauen in der japanischen Kultur kaum wahrzunehmen?
Das Verhältnis von Mann und Frau in Japan kann als subtiles Wechselspiel betrachtet werden; als Machtspiel zwischen herrschen und beherrscht werden, sowie des Zusammenspiels von Begehren und Hörigkeit.

Dabei verkörpern die Japanerinnen ein sehr passives Rollenbild und passen sich ihrer geradezu idealisierten Schönheit an.
Japaner sind grundsätzlich passive Menschen und passen sich daher in ihrem Verständnis von Sinnlichkeit und Schönheit der Dunkelheit an, anstatt einen Kontrast zu ihr zu erschaffen. Dabei wird der Blick auf die vergängliche Schönheit gerichtet und das Unbekannte bietet einen großen Spielraum für Phantasie.

Wer sich näher mit dem japanischen Verständnis von Sinnlichkeit auseinandersetzen möchte, dem seien Tanizakis Werke empfohlen.

»...Schönheiten der innersten Räume, vergraben hinter Vorhängen ganz tief in ihren Schlafgemächern. «

Stimmen zum Essay »Liebe und Sinnlichkeit«:

»Ein Muss für alle, die sich für Form und Gestaltung - nicht nur die japanische - interessieren.«
sandammeer.at, 14.10.2010

»Eine Kulturgeschichte der Liebe in Japan.«
(Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 03.07.2011 )

 

Bisher im Freitagsspecial »Rund um die Welt« erschienen:

 
 

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