TOP 100 BOOKS OF ALL TIME
Homer – »Die Odyssee«
Animus attendite! Aufgepasst! Auch diesmal haben wir in unserer Kategorie »TOP 100 BOOKS OF ALL TIME« wieder etwas ganz Besonderes für euch ausgegraben. Für alle mehr oder weniger freiwilligen Besucher eines Lateinunterrichts sollte der Name »Odysseus« und sein Schöpfer, der griechische Dichter Homer, wohl bekannt sein.
Die Odyssee ist nach der Illias das zweite von Homer verfasste Epos, welches zu den wohl einflussreichsten Werken der abendländischen Literatur zählt. Die Odyssee, welche in ca. 12.200 Hexametern verfasst und in 24 Gesänge unterteilt ist, knüpft mit der Handlung direkt an die Illias an. So werden Odysseus und seine Gefährten, die sich nach dem Fall Trojas auf den Heimweg machen, durch einen Sturm auf das weite Meer gespült und irren zehn Jahre umher, bevor sie nach zahlreichen Abenteuern endlich die Küste ihrer Heimat Ithaka erreichen.
Eine der bekanntesten Szenen in der Odyssee ist die Begegnung mit dem Kyklopen Polyphem, der Sohn des Meeresgottes Poseidon. Um aus der Höhle der Kyklopen zu entkommen, blenden Odysseus und seine Gefährten ihren Anführer Polyphem mit einem glühenden spitzen Pfahl und klammern sich an die Bäuche von Schafen, die zum Grasen herausgelassen wurden. Odysseus, der sich anfangs als »Niemand« vorstellt, gibt bei der Flucht seinen wahren Namen preis und zieht so den Zorn Poseidons auf sich, der sich für seinen Sohn rächt.
Weitere bekannte Szenen sind außerdem das Zusammentreffen mit der Hexe Kirke, die Odysseus' Gefährten in wilde Tiere verwandelt oder auch die Begegnung mit den Sirenen, halb Mensch halb Raubvögel, die jeden Seemann mit ihrem lieblichen Gesang ins Verderben reißen. Odysseus lässt sich von seinen Gefährten an den Schiffsmast binden und kann so dem Gesang lauschen ohne in Gefahr zu geraten.
Viele Dichter und Schreiber des Altertums und der Neuzeit ließen sich von Homer und seinen Dichtungen inspirieren. So schuf der römische Dichter Vergil nach dem Vorbild der Odyssee seinen großen römischen Nationalepos, die Aeneis. Hier verschlägt das Schicksal den trojanischen Helden Aeneas auf eine lange Suche nach einer neuen Heimat. Auch das Motiv des Zweikampfes, wie er in Homers Illias zwischen Hektor und Achilles beschrieben wird, wird aufgegriffen.
Auch Goethes Figur »Faust« ist an die Gestalt des Odysseus angelehnt. So streben beide Figuren nach Wissen, sind neugierig und listig und müssen, der Willkür der Götter ausgeliefert, Leiden erdulden.
Der Begriff »Odyssee« wir auch heute noch in vielen Sprachen als Synonym für »Irrfahrt« genutzt.
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