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Preise, Preise, Preise

17. Oktober 2011 | Geschrieben von T-Team

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Gestern war es nun endlich soweit: Nachdem man den Preisträger schon im Juni 2011 bekanntgegeben hatte, wurde am letzten Tag der diesjährigen Frankfurter Buchmesse der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bei einer Feier in der Frankfurter Paulskirche an den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal überreicht.

»Boualem Sansal gehört zu den wenigen in Algerien verbliebenen Intellektuellen, die offen Kritik an den politischen und sozialen Verhältnissen üben. Mit seinem hartnäckigen Plädoyer für das freie Wort und den öffentlichen Dialog in einer demokratischen Gesellschaft tritt er gegen jede Form von doktrinärer Verblendung, Terror und politischer Willkür auf. Dabei richtet sich sein Blick nicht nur auf die Heimat, sondern auf die ganze heutige Welt.«

(aus der Begründung der Jury)

Der algerische Autor Boualem Sansal wurde 1948 in Téniet el Had geboren und ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller Nordafrikas. Als gelernter Ingenieur und promovierter Ökonom begann seine literarische Karriere erst spät. 1999 erschien der Roman »Der Schwur der Barbaren«, der unter anderem mit dem Prix du Premier Roman ausgezeichnet wurde. 2003 wurde Sansal als Direktor des algerischen Industrieministeriums entlassen. In seiner Heimat gilt er als unerwünschter, in Ungnade gefallener Mensch, da er sich in seinem Gesamtwerk auf bisher ungehörte Weise mit der traumatischen Situation in Algerien auseinandersetzt. Dennoch lebt Sansal weiterhin in Algerien.
Im Frühjahr 2009 wurde sein neuester Roman »Das Dorf des Deutschen« in deutscher Übersetzung veröffentlicht.

» zu einem Portrait über Boualem Sansal (Video)

» zur Pressemitteilung zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels

» zum Interview mit Boualem Sansal über die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2011


Deutscher Jugendliteraturpreis

Am Freitag wurde der Deutsche Jugendliteraturpreis 2011 in Höhe von jeweils 8.000 Euro in den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch vergeben. Parallel dazu verlieh eine unabhängige Jugendjury den Preis der Jugendjury.

Den Preis für das beste Bilderbuch bekam Autor und Illustrator Martin Baltscheit für »Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor« (Bloomsbury). In der Begründung heißt es: »Baltscheit präsentiert das Thema Demenz anschaulich, mit großer Sensibilität und ebenso viel Humor«.

Milena Baisch (Text) und Elke Kusche (Illustration) wurden in der Kategorie Kinderbuch für »Anton taucht ab« (Beltz & Gelberg) ausgezeichnet. Die Kritikerjury erklärte, »der pointensicher erzählte Roman [besteche] durch seine ironische Brechung der Abenteuerheldengeschichte, seine treffsichere und mitreißende Erzähllust«.

Gewinner im Jugendbuch wurde der Autor Wolfgang Herrndorf mit »Tschick« (Rowohlt Berlin). Gelobt wurde seine »scharfe Beobachtungsgabe, seine geistreichen Schilderungen von Menschen, Szenen und Begegnungen und sein Faible für skurrile Situationen«.

»Alles Familie!« (Klett Kinderbuch) von Alexandra Maxeiner und Anke Kuhl bekam den Preis in der Sparte Sachbuch. »In diesem Sachbilderbuch über Familienformen in Gegenwart und Vergangenheit, in Deutschland und anderswo, regiert ein Humor, der das emotionsbesetzte Thema auf die richtige Weise angeht.«  

Der Preis der Jugendjury ging an die österreichische Autorin Ursula Poznanski für »Erebos« (Loewe).

Seit 1996 erhalten die Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises zusätzlich zur Preissumme auch die Momo, eine Skulptur, die auf die Heldin aus Michael Endes gleichnamigem Roman (erschienen 1973) zurückgeht. Momo erhielt 1974 selbst den Deutschen Jugendliteraturpreis und wurde in über 40 Sprachen übersetzt.
Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird als einziger Staatspreis für Literatur seit 1956 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und jährlich verliehen.


Preisträger der Hotlist

Ebenfalls am Freitag fand die Verleihung der diesjährigen Hotlist-Preise im Frankfurter Sinkkasten, dem einst legendären Frankfurter Indie-Club, statt. Moderiert wurde die Preisvergabe von Charlotte Roche und Jakob Augstein.

Der mit 5000 Euro dotierte Hauptpreis der Hotlist 2011 geht an die Frankfurter Verlagsanstalt für Nino Haratischwilis Roman »Mein sanfter Zwilling«.

Der Melusine-Huss-Preis der Hotlist geht 2011 an den Stroemfeld Verlag für Peter Kurzecks Roman »Vorabend«.

» mehr Infos zur Hotlist 2011


Deutscher E-Book-Preis

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde in diesem Jahr zum ersten Mal der Deutsche E-Book-Preis verliehen. Der Dienstleister und Software-Entwickler Satzweiss.com und die Agentur Chichily initiierten die Verleihung.

Erich Bösch konnte sich über den ersten Preis, dotiert mit 1.000 Euro, für seine bei neobooks veröffentlichte Kurzgeschichte »Sie hat verbundene Augen« freuen.

Den zweiten Preis (500 Euro) erhielt Thomas Nommensen für »Eisige Falle«, erschienen in der E-Book-Anthologie »Mörderische Weihnachten« von Droemer Knaur.

Den dritten Platz belegte Dr. Andreas Kimmelmann mit »Aufgeblasenes Pack«, publiziert bei bookrix.de und nahm als Preis einen Packet Book Reader mit nach Hause.

Nach einer Ausschreibungsphase von sechs Wochen waren 350 Einsendungen eingegangen, davon erfüllten 169 die Teilnahmekriterien: Das Buch musste zuerst als E-Book erscheinen, und es sollten Kurzgeschichten eingesandt werden.

 
 

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