PODCAST Spezial
Unser Special zum Podcast »Liberty«
Christian Kirk Muff ist Filmemacher, Freund und Erstleser von »Liberty«, er spricht exklusive über den Autor:
Es war Jakobs einziger Ehrgeiz als Autor, die Lebensbedingungen einer Welt zu schildern, in der alle einen scheinbar realistischen Traum nähren: Teil einer Gesellschaft zu werden, von der man normalerweise nur träumen kann …
Nach einem halben Jahr Redaktionsarbeit an Liberty wurde bei Jakob Krebs diagnostiziert. In den kommenden zehn Monaten wurde er immer schwächer. Er legte im Verlauf der Krankheit sehr früh fest, was mit seinen Büchern zu geschehen hätte, sollte er sterben. Im Sommer 2008 starb er einen völlig sinnlosen ungerechten Tod, und sein guter Freund und dänischer Verleger Johannes Riis beendet die redaktionelle Arbeit nach Jakobs schriftlichen und mündlichen Anweisungen. 2009 erschien die Trilogie in Dänemark mit überwältigendem Erfolg: Weltliteratur, das größte Werk unserer Zeit, aristokratischer Punk – das waren nur einige Wendungen, die von den Kritikern benutzt wurden. Auch die Redaktion der Leser war überschwänglich. Liberty wurde von den Nutzern der dänischen Bibliotheken und den Hörern des Dänischen Rundfunks zum Roman des Jahres gewählt.
Indem er das Leben einer Reihe sehr unterschiedlicher Figuren im Tansania der achtziger Jahre beschreibt, wird man als Leser in eine Geschichte hineingezogen, in der die eigene Ethik und Moral auf überraschende Weise gefordert ist. Jakobs Afrika-Trilogie beschreibt konkrete Menschen in konkreten Situationen – aber er bleibt loyal gegenüber dem Personal seiner Bücher. Er ist weit davon entfernt, seine Figuren vorzuführen oder nach westlichen Maßstäben zu beurteilen. Jakobs wechselnde Aufenthalte in Tansania und Dänemark als Jugendlicher verhalfen ihm zu einer Art doppelten Blick auf das Leben und die Wirklichkeit in Afrika wie in Skandinavien. Er entwickelte eine Empfindsamkeit, die gleichermaßen zu seiner künstlerischen Triebfeder wie zu seiner persönlichen Herausforderung wurde.

