TOP 100 BOOKS OF ALL TIME
Alfred Döblin – »Berlin Alexanderplatz«
Im heutigen Freitagsspecial »TOP 100 BOOK OF ALL TIME« richten wir unsern Blick nach Berlin: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ Hätte man damals diese Unternehmung umgesetzt, so wäre man mit der S-Bahn früher oder später am Alexanderplatz gelandet. Der im Berliner Volksmund genannte "Alex", ist einer von Berlins Hauptverkehrsknoten. Klar, dass der "Alex" schon viel erlebt hat. Er wurde nach einem russischen Zaren benannt, Revolutionen fegten über ihn hinweg, Könige beschritten ihn und auch eine der berühmtesten Touristenattraktionen Berlins steht bei ihm – der silbern schillernde Fernsehturm von Berlin.
Jedoch ist der Alexanderplatz nicht nur ein physischer Platz. Mit dem 1929 erschienenen Roman „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte des Franz Biberkopf“ von Alfred Döblin, ist der „Alex“ auch zu dem bedeutendsten deutschen Großstadtroman geworden.
Der Autor Alfred Döblin erzählt in seinem Roman die Geschichte des Franz Biberkopf. Biberkopf ist eine dumpfe, gutmütige bis jähzornige Gestalt, die im Herbst 1927 aus der Strafanstalt Berlin-Tegel entlassen wurde. Franz Biberkopf möchte wieder in sein ursprüngliches Leben zurückfinden, scheitert jedoch an dem Versuch. Die in Zwischenzeit vorgeschrittene Stadt hält nur wenig Orientierung für ihn bereit. Überall sind Menschen, die Häuser sind ein einziges Labyrinth, die Geräuschkulisse ist ohrenbetäubend und an jeder Ecke gibt es Schlägereien. Permanent wird er mit Prostitution und Kriminalität konfrontiert und lässt sich auf Grund zwielichtiger Freunde, immer tiefer in das Verbrecher- und Prostitutionsmilieu des damaligen Berlins verstricken.
Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn wird seine geliebte und prostituierte “Mieze“ ermordet. Für Biberkopf bricht eine Welt zusammen. Als er dann auch noch unter Tatverdacht gerät flüchtet er ins Umland von Berlin. Schließlich zieht es ihn wieder zum Alexanderplatz, wo er in seiner Stammkneipe Schüsse auf einen Polizisten abgibt. Biberkopf landet wieder im Gefängnis, wo er in den Hungerstreik tritt. Er ist bereit von dieser Welt zu gehen.
In seinen Halluzinationen, getrieben vom Hunger begegnet ihm der Tod. Aufgrund dieser Begegnung erlischt der alte Geist des Biberkopfs. Er beginnt ein neues Leben und wird aus der Anstalt entlassen.
Dieser Roman zeigt auf eine eigene und sehr eindrucksvolle Art, wie uns die Großstadt mit Fragen konfrontiert. Wie wir sie beantworten, dass sieht man auch an Franz Biberkopf, bleibt letztendlich nur uns überlassen.
Alfred Döblins Werk „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte des Franz Biberkopf“, wurde zweimal verfilmt, in zwei weiteren Werken erläutert und erschien in drei Hörspielfassungen.
Weitere Titel:

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syn-ästhetisch (Homepage) 18.10.2011 10:17 - (Antwort)
Franz Biberkopf ist mir im Studium öfter begegnet, den "Alexanderplatz" kenne ich nur in Ausschnitten und habe mich an den ganzen Roman nie recht herangetraut. Besonders interessant finde ich aber die dahinterstehende Autor-Figur, gerade ist eine neue Biographie Döblins erschienen, die ich bald mit Spannung lesen werde.