TOP 100 BOOKS OF ALL TIME
Gustave Flaubert – »L'education sentimentale«

Heute wollen wir euch mal wieder einen Titel aus der Kategorie »TOP 100 BOOKS OF ALL TIME« vorstellen. Diesmal mit einem Autor aus dem schönen Frankreich, Gustave Flaubert.
Der Roman Die Erziehung der Gefühle (französischer Originaltitel: L’éducation sentimentale), welcher auch unter den Übersetzungen Die Erziehung des Herzens, Die Erziehung des Gefühls oder Lehrjahre des Herzens bekannt ist, ist der letzte vollendete Roman von Gustave Flaubert. Er erschien 1869 und gilt heute als einer der einflussreichsten Romane des 19. Jahrhunderts.
Der Roman handelt von dem jungen, schnöseligen Provinzler Frédéric Moreau, der mit der Hoffnung auf eine große Zukunft in Politik, Literatur und Liebe nach Paris geht. Doch weil er sich ideale und irreale Ziele setzt, verbaut er sich sämtliche Chancen. Schuld daran ist vor allem Madame Arnoux, die Frau eines Pariser Kunsthändlers, in die sich Frédéric verliebt. Da sie verheiratete ist bleibt Mme Arnoux unerreichbar und seine Liebe zu ihr unerfüllt.
Nach kurzer Zeit verliert er auch die anfängliche Begeisterung für seine politischen Ziele, die aus der Februarrevolution 1848 resultierten, und versinkt in Müßiggang und Träumerei. Er beendet sein Rechtswissenschaften-Studium mit einem mittelmäßigen Abschluss und kehrt daraufhin zurück zu seiner Mutter aufs Land, wo er unentschlossen und ohne Ziel vor sich hinlebt. Nach einer unerwartet großen Erbschaft entschließt er sich dann doch wieder nach Paris zu gehen, um nun dort »das Leben eines Weltmannes zu führen«. Frédéric lebt jedoch weit über seinen Verhältnissen und verschuldet sich daher mehr und mehr.Â
In seinem Leben gibt es neben seiner wahren Liebe Mme Arnoux noch drei weitere Frauen, die in seiner Gefühls- und Gedankenwelt eine Rolle spielen: Zu Rosanette, die eine Art Edelhure ist, flüchtet er aus Enttäuschung über die Unerfüllbarkeit seiner echten Liebe. Louise, die Tochter der Nachbarn von Frédérics Mutter, ist in ihn verliebt und würde ihn gerne heiraten, er hat jedoch keine ehrlichen Gefühle für sie und zieht eine Hochzeit zeitweise nur aus finanziellen Gründen in Erwägung. Und dann ist da noch Madame Dambreuse, eine Dame aus der feinen Pariser Gesellschaft, ebenfalls verheiratet, die ständig auf gesellschaftlichen Events zugange ist und mit welcher er eine Affäre anfängt. Als ihr Mann stirbt, will sie Frédéric heiraten, doch er kann sich nicht so Recht für sie entscheiden, woraufhin sie schließlich einen anderen heiratet. Das ist typisch für Frédéric: Er hält sich, in der Hoffnung auf etwas Besseres, so lange alle Möglichkeiten offen, bis er keine mehr hat.
Der Titel des Romans ist übrigens ironisch zu verstehen, da Frédéric von der von ihm angehimmelten, reiferen Frau keine »Erziehung« in Gefühlsdingen erfährt. Stattdessen hat er sinnlose Affären mit zwei Frauen gleichzeitig, für die er indifferente Gefühle hegt. Am Ende hat er zwei Drittel seines Vermögens aufgebraucht, alle seine Frauen verloren und muss sich das Scheitern seiner hohen Erwartungen eingestehen.
Die Erziehung der Gefühle bezeichnet also keinen Prozess der Vervollkommnung, sondern einen der Abstumpfung. Das Buch endet mit der Erinnerung an einen gescheiterten Bordellbesuch, den er als Heranwachsender zusammen mit einem Freund unternommen hat und über den Frédéric sagt: »Das ist doch das Beste, was wir erlebt haben!«
Weitere Titel:
Einsendeschluss ist - nur hier beim Adventsgewinnspiel - immer der jeweilige Tag.

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