Verfilmungen
30 Jahre »Das Boot«
»Das Buht«, so sprechen es die Amerikaner. Weil sich das deutsche Boot genauso schreibt wie boot, das englische Wort für Stiefel. Als der Film 1982 in Amerika in die Kinos kam, wurde der deutsche Originaltitel beibehalten. Uraufgeführt wurde der Film in München am 17. September 1981, also vor genau 30 Jahren. In Deutschland bereits ein beachtlicher Erfolg, ging er ein knappes halbes Jahr später in Amerika durch die Decke: Das Boot wurde zum bis dahin erfolgreichsten ausländischen Film in den USA.
Was das Ganze mit Literatur zu tun hat? Vorlage für den Film lieferte der Roman Das Boot von Lothar-Günther Buchheim, welcher millionenfach verkauft und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.
Buchheim nahm während dem Zweiten Weltkrieg als Kriegsberichterstatter an mehreren U-Boot-Einsätzen teil. In Berichten, Romanen und Gemälden – Buchheim war ein leidenschaftlicher Maler - verarbeitete er seine dramatischen Erlebnisse in Kampfhandlungen und die beklemmende Atmosphäre von Enge, Dunkelheit und Ungewissheit an Bord der Boote. Das Boot ist Buchheims mit Abstand bekanntestes und erfolgreiches Werk. Es erschien 1973 im Piper Verlag und fand in Die Festung (1995) und Der Abschied (2002) lose Fortsetzungen.
Die enorm aufwendige Verfilmung in den Bavaria Filmstudios verhalf dem Regisseur Wolfgang Petersen zu internationaler Bekanntheit. Seine anschließende Hollywoodkarriere (In the Line of Fire, Air Force One, Troja u.a.) hat er wohl zu einem nicht unwesentlichen Teil dem Erfolg von Das Boot zu verdanken. Auch einigen jungen deutschen Schauspielern diente der Film als Startrampe ins große Geschäft: Zur Besatzung gehörten unter anderem Martin Semmelrogge (2. Wachoffizier), Uwe Ochsenknecht (Bootsmann Lamprecht), Sky du Mont (Leutnant Müller) und der damals noch schauspielernde, heute rockende Herbert Grönemeyer (Leutnant Werner).
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Buchheim selbst hatte an dem Film keine Freude: Er tat ihn als effektheischenden »Kinderfilm« ab, wie in diesem Artikel aus dem Spiegel nachzulesen ist.
Kinderfilm hin oder her, fest steht, dass Das Boot in der deutschen Filmgeschichte einen prominenten Platz einnimmt. Wer sich für die Effekte begeistern kann, der hat die Möglichkeit ihre Entstehung bei Führungen in der Bavaria Filmstadt nachvollziehen. Auch die originale U-Boot-Kulisse kann dort besichtigt und begangen werden.
Lothar-Günther Buchheim beendete im Alter seine schriftstellerische Karriere um sich seiner Leidenschaft, der Kunst zu widmen. Im eigens erbauten Buchheim-Museum in Bernried am Starnberger See ist seine bedeutende Sammlung von Werken expressionistischer Maler zu sehen. Seine eigenen Gemälde, darunter zahlreiche U-Boot-Motive, hängen ganz unbescheiden dazwischen.
Lothar-Günther Buchheim verstarb 2007.

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