Wir trauern um ...
Loriot â€
Voller Bedauern müssen wir heute die traurige Nachricht überbringen, dass Loriot – einer der größten deutschen Humoristen - gestern, am 22.08.2011 gestorben ist.
Vicco von Bülow – wie er bürgerlich hieß – erlangte als Karikaturist, Regisseur, Schauspieler sowie Bühnen- und Kostümbildner internationale Bekanntheit. Seine Sketche entwickelten sich im Laufe der Zeit zu echten Klassikern in Literatur, Film, Theater und Fernsehen.
Wir möchten heute noch einmal kurz auf Loriots ereignisreiches Leben und Werk zurückblicken.
1923 wurde Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow als Sprössling des alten mecklenburgischen Adelsgeschlechts Von Bülow in Brandenburg an der Havel geboren. Zu seinen Verwandten zählen unter anderem hochrangige Persönlichkeiten deutscher Politgeschichte wie Bernhard von Bülow (zwischen 1900 und 1909 Reichskanzler im Deutschen Reich).
Vicco wuchs mit seinem kleinen Bruder bei den Großeltern auf, nachdem sich die Eltern nur wenige Jahre nach seiner Geburt scheiden ließen. Nachdem er gemäß der Familientradition die Offizierslaufbahn durchlaufen hatte und auch drei Jahre im 2. Weltkrieg gekämpft hatte, widmete sich der junge Loriot mehr und mehr seiner künstlerischen Begabung. Einem Studium an der Kunstakademie in Hamburg ließ er erste Arbeiten als Werbegrafiker (u.a. die Erfindung seiner charakteristischen Knollennasenmännchen) und weitere Beschäftigungen (unter anderem beim STERN) folgen. Von nun an verwendete er auch den heute weltweit bekannten Künstlernamen Loriot.
Ende der 50er Jahre begann Loriot, sein Engagement auf andere Medien zu erweitern. Er bewarb sich auf kleine Filmrollen und arbeitete als Moderator im Fernsehen, wo er schnell für seine humoristische Art bekannt wurde. 1971 erfand Loriot den Zeichentrickhund „Wum“, dessen Cartoons heute allseits bekannt sind und unter anderem die Leser des Fernsehmagazins „Gong“ auf der Schlussseite mit Witz und Charme erfreuen.
Im Laufe der Zeit erfreuten sich auch Loriots Sketche zunehmender Beliebtheit. Er selbst zog sich im April 2006 aus dem aktiven Fernsehgeschäft zurück. Vom November 2008 bis März 2009 fand anlässlich seines 85. Geburtstages im Filmmuseum Berlin die bislang größte Ausstellung zu seinem Werk statt.
Wie schon erwähnt, waren es vor allem Loriots Sketche, die ihn vor allem im deutschsprachigen Raum zu einem der beliebtesten Humoristen werden ließen.
Kernthema dieser kurzen Episoden war zumeist die Problematik zwischenmenschlicher Kommunikation, sei es zwischen Mann und Frau am Küchentisch im Streit um das perfekt gekochte Frühstücksei oder den beiden legendären Herrschaften in der Badewanne.
Außerdem zeichnete die Sketche der Kontrast zwischen der dargestellten Situation und der Legendentexte aus, ebenso wurden Ausdrücke und Zitate aus Loriots Werken mittlerweile zu etablierten Sprichwörtern und Floskeln der deutschen Sprache, beispielsweise „Bitte sagen Sie jetzt nichts…“ oder das „Jodeldiplom“.
Bei der Themensuche für seine Sketche bediente sich Loriot in der Regel im Alltag sowie bei Situationen aus dem bürgerlichen und sozialen Leben, wodurch ihm gelang, den Leuten zu zeigen, dass sich auch in jeder noch so plumpen Alltagssituation etwas Komisches oder Absurdes finden lässt.
Vicco von Bülow schrieb über 30 Bücher und war zwischen 1940 und 2010 regelmäßig in Film und Fernsehen vertreten. Die Liste an Auszeichnungen, die er im Laufe seines langen, erfüllten Lebens gesammelt hat, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen.
Und bleibt an dieser Stelle nur noch Danke zu sagen für die vielen erheiternden Momente, die uns Loriot mit seinen Werken geschenkt hat.
Möge er in Frieden ruhen.

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