TOP 100 BOOKS OF ALL TIME
Leo Tolstoi – »Anna Karenina«
Manch einer betrachtet die zahlreichen Listen und Rankings, die mit »bester/beste/bestes« oder auch »wichtigster/wichtigste/wichtigstes« beginnen, argwöhnisch und stellt ihre Gültigkeit und Bedeutung in Frage. Die Top-100-Liste der Bücher, die den größten Einfluss auf die Kulturgeschichte der Welt hatten, beruht aber immerhin auf einer Abstimmung von einhundert bekannten Autoren aus aller Welt und man kann davon ausgehen, dass jeder Autor der einen Platz auf dieser Liste hat, zumindest ein großer Schriftsteller ist. Lew Tolstoi steht dreimal auf der Liste.
Nachdem wir euch im Tolstoi-Jahr 2010 bereits Sofia Tolstajas Roman »Eine Frage der Schuld« in einem Podcast vorgestellt haben, widmen wir uns heute Lew Tolstois 1877 erschienenen Gesellschaftsroman »Anna Karenina«.
Wie bei »Frage der Schuld«, geht es auch in diesem Werk wieder um Ehe und Familie: »Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche ist auf ihre Art unglücklich.« Mit dieser Sentenz beginnt der Roman. Ratet mal, zu welcher Sorte die Familie der titelgebenden Hauptfigur Anna Karenina gehört …
Verheiratet ist Anna mit dem Staatsbeamten Alexej Karenin, der jedoch nicht über gleiche Vitalität und das Temperament Annas verfügt. So kommt es, dass sie sich in den Grafen Wronskij verliebt und schon bald eine leidenschaftliche Affäre mit ihm beginnt, womit freilich wiederum der Ehemann nicht einverstanden sein kann.
Was nach der »Was bisher geschah«-Einleitung einer TV-Soap klingt, ist aber nur der allerkleinste Nenner in einem vielhundertseitigen Großwerk, welches in zahlreichen Haupt- und Nebensträngen die gesellschaftlichen Konventionen und das Moralverständnis des russischen Adels im 19. Jahrhundert nachzeichnet.
Tolstoi selbst wurde 1828 geboren und stammte aus einer alten Adelsfamilie: sein Vater war ein Graf, seine Mutter eine Fürstin. Zeit seines Lebens bekämpfte er soziale Missstände, wo immer er sie ausmachen konnte und beschäftige sich bis ins hohe Alter – Tolstoi wurde 82 Jahre alt - mit der Frage nach der richtigen Lebensweise. Große Teile seines Moralverständnisses und seiner Weltanschauung stecken bereits zwischen den Buchdeckeln von Anna Karenina. Bekannt ist Tolstois außerdem für seinen eigentümlichen Sprachgebrauch.
Noch nicht überzeugt? Einfach mal hineinhören!
Wer das Buch bereits kennt, kann sich aber auch direkt einer der zahlreichen weiteren Schriften Tolstois widmen. Die beiden anderen Bücher auf der Top-100-Liste sind übrigens »Krieg und Frieden« und »Der Tod des Iwan Iljitsch«.
Weitere Titel:

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