Sagenhaftes Island
SÖGUEYJAN ÍSLAND
Island ist eine Reise wert – und das nicht erst, seit die Vulkane Eyjafjallajökull und Grímsvötn die Insel im Nordatlantik in den Mittelpunkt rückten. In diesem Jahr ist Island Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, am heutigen Tag wird dort wieder der alljährliche Nationalfeiertag begangen.
Alles Gründe, um schon einmal auf den Geschmack isländischer Literatur zu kommen. Wir stellen euch zwei Werke vor.
Einar Kárason – »Versöhnung und Groll«
Mitte des 13. Jahrhunderts entfacht der heimtückische Mord an Snorri Sturlusson, dem berühmten Politiker und Dichter, Autor der Edda und der Egils-Saga, bürgerkriegsähnliche Zustände. Brutale Gewalt und zerstörerische Machtkämpfe bestimmen das Bild, zwei verfeindete Familienclans stehen sich unversöhnlich gegenüber. Island ist nunmehr gespalten, wird von der norwegischen Krone regiert. Da reicht einer der vormaligen Kriegstreiber, Gissur Thorvaldsson, dem Clan der Sturlungen die Hand zum Frieden. Eine Heirat zwischen den beiden Parteien soll den Pakt besiegeln, soll dem Land die Einheit geben und der Bevölkerung bessere Lebensbedingungen verschaffen. Aber nicht alle, die zur Hochzeit kommen, sind einverstanden mit diesem Plan ...
Mit diesem preisgekrönten Roman (Isländischer Literaturpreis) erweckt Einar Kárason ein bedeutendes Ereignis der Isländischen Geschichte auf unterhaltsame und spannende Weise zum Leben, ohne dabei an Authentizität zu verlieren. Es gelingt ihm aus statischer Geschichtsschreibung eine spannende Lektüre zu gestalten, indem er den psychologischen Hintergrund seiner Figuren entwickelt und den Leser so in den Mittelpunkt des historischen Geschehens zieht.
Audur Jónsdóttir – »Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt«
Als Sunna Nönnudóttir an einem frostigen, finsteren Dezembermorgen in aller Früh aufsteht, ihren Laptop anwirft und eine Suchmeldung der Polizei von Reykjavík im Internet liest, ist sie wie gelähmt vor Schock: Arndis Theodorsdóttir, Kunsthistorikerin und Galeriebesitzerin, wird seit drei Tagen vermisst. Arndis war früher einmal Sunnas beste Freundin. Sogleich begibt sie sich auf die Suche nach ihrer vermissten Freundin aus Kindertagen – und nach sich selbst.
Audur Jónsdóttir ist eine vielversprechende junge isländische Autorin und die Enkelin des Literatur-Nobelpreisträgers Halldór Laxness. Sie arbeitet als freie Journalistin und Autorin von Romanen, verstärkt auch im Bereich Kinder- und Jugendliteratur. »Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt« ist ein origineller Spannungsroman und der erste in Deutschland veröffentlichte Roman der Isländerin. 2004 wurde sie mit dem Isländischen Literaturpreis ausgezeichnet und war bereits mehrmals für den Nordischen Literaturpreis nominiert. Sie wird im Herbst zu Gast auf der Frankfurter Buchmesse sein.
Gut zu wissen - kurz und knapp
Islands Unabhängigkeit und der Nationalfeiertag
Jahrhunderte lang unterdrückten die Dänen das isländische Volk. Erst 1944 befreite sich der zweitgrößte Inselstaat Europas von dieser Fremdherrschaft. Island wurde zur Republik ausgerufen und ist seitdem ein freier, souveräner Staat. Der 17. Juni gilt als historisches Datum und ist gleichzeitig Nationalfeiertag.

