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Wortspiele Festival

 

Transatlantik zu Gast beim Wortspiele Festival

30. März 2011 | Geschrieben von T-Team

Das Wortspiele Festival ist ein internationales Festival junger Literatur und fand in diesem Monat bereits zum elften Mal in München statt. Wie jedes Jahr bekamen über 20 junge Autorinnen und Autoren die Chance, für jeweils 18 Minuten aus ihrem Werk zu lesen und das Publikum zu überzeugen.
Transatlantik wollte sich die Wortspiele nicht entgehen lassen und war mit zwei Redakteuren am Freitagabend dabei.

Die Sitzplätze im Ampere (Muffatwerk) waren schon alle belegt, als wir um 19.52 Uhr kurz vor knapp eintrafen, sodass wir uns mit Stehplätzen auf der Empore zufrieden geben mussten. Kein Grund zum Klagen – bot sich uns doch von dort eine wunderbare Aussicht auf den in ein warmes Dämmerlicht eingetauchten Saal und die Bühne. Auf der Bühne – in regungsloser Erwartung: nichts weiter als ein hölzerner Tisch und ein Stuhl, ein Glas und Wasser.

Uns blieb gerade noch genug Zeit, um uns an der Bar mit einem Bier zu versorgen, dann verwandelte sich das eifrige Summen in ein gespanntes Schweigen und die erste Autorin des Abends betrat die Bühne: Rabea Edel, die 1982 geboren wurde und als freie Schriftstellerin in Berlin lebt.
Sie las aus ihrem neuen Roman »Ein dunkler Moment«, in dem die Amerikanerin Amanda auf unheimliche Weise in zwei elf Jahre auseinanderliegende Morde verwickelt wird. Es geht um die geheime Faszination des Bösen, um die Momente, in denen das Dunkle und Unfassbare aus einem Menschen herausbricht. Rabea Edel zog uns, gerade auch durch ihre einzigartige Art zu Lesen, in ihren Bann.

Auf Rabea Edel folgte Astrid Rosenfeld mit ihrem Debüt »Adams Erbe«. Die Frage der Moderatorin, ob sie nervös sei, bejahte sie unter sympathischem Lachen und hatte damit uns und das gesamte Publikum bereits auf ihrer Seite, bevor sie auch nur eine Zeile gelesen hatte. Auch »Adams Erbe« kam gut an und erntete durch so manch lustige Stelle die meisten Lacher.

Die nächste Debütantin des Abends war Katharina Eyssen. Als sie die Bühne betrat, fielen als erstes ihre knallroten Lederpumps ins Auge, ein positiver Hingucker. Ihr Roman »Alles Verbrecher« ist ein Familienroman über einen toten Großvater, der immer behauptet hat, er habe Catherine Deneuve geküsst und Marie, die versucht, die Wahrheit über diesen Großvater herauszufinden.

Gegen halb zehn betrat dann der österreichische Autor Clemens J. Setz die Bühne. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnten, aber nun gewiss ist: Eine Woche später würde der renommierte Nachwuchsautor den Preis der Leipziger Buchmesse gewinnen. Sein Erzählband »Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes« lebt von skurrilen Figuren und Setz‘s gekonntem Erzählen.

Den Abschluss eines literarischen Freitagabends machte Julya Rabinowich mit »Herznovelle«. Hierbei handelt es sich um die Geschichte einer Frau, die nach einer Herzoperation von der großen Sehnsucht nach einem Leben vor dem Tod vorangetrieben wird.

Fünf junge Autorinnen und Autoren, fünf eindrucksvolle literarische Werke – eine durch und durch tolle Veranstaltung!
Im Rahmen der Wortspiele wird außerdem der Bayern 2-Wortspiele-Preis für junge Literatur verliehen. Dieses Jahr durfte sich Daniela Dröscher freuen, die aus ihrem Erzählband »Gloria« las. Leider trat sie bereits am Donnerstagabend auf, sodass wir sie nicht sehen und hören konnten.

 
 

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