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Eine kleine Sensation! - Dumas' letzter Roman

1. Dezember 2010 | Geschrieben von T-Team
Wir kennen die Geschichten über die drei unzertrennlichen Musketiere Athos, Porthos und Aramis sowie die Erzählung von Edmond Dantès, besser bekannt als der Graf von Monte Christo. Noch geläufiger sind uns wohl dessen Verfilmungen (»Die drei Musketiere«, »Der Graf von Monte Christo« und »Der Mann in der eisernen Maske«), die alle aus den bekannten und erfolgreichen historischen Romanen von Alexandre Dumas Père hervorgingen. Vor einigen Jahren wurde sein verschollenes Werk »Der Graf von Sainte-Hermine« wiederentdeckt, was einer kleinen Sensation gleichkam. Ein Meisterwerk, das 2009 auf Deutsch im Münchner Verlag Blanvalet erschien und Begeisterung hervorrief:
Bei »Der Graf von Sainte-Hermine« handelt es sich um den letzten, allerdings unvollendeten Roman eines der erfolgreichsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, der vom 1. Januar bis zum 30. Oktober 1869 in vielen Kapiteln im »Grand Moniteur universel« veröffentlicht wurde. Alexandre Dumas hatte noch selbst die veröffentlichten Teile für die Buchveröffentlichung vorbereitet, doch sein Verleger Michel Lévy bekam diese nie in die Hände. Das Manuskript wurde erst 1990 vom französischen Dumas-Forscher Claude Schopp in der Pariser Nationalbibliothek entdeckt. Allerdings fehlte auch hier der Schluss. Nach den Ideen über das Ende aus einem Brief von Dumas an Paul Dalloz, dem Herausgeber des »Grand Moniteur universel«, erlaubte sich Schopp, den Roman mit drei von ihm verfassten Schlusskapiteln abzuschließen.

Inhalt
Hector de Sainte-Hermine ist der letzte Nachfahre einer adeligen Familie, die von der Französischen Revolution ausgelöscht worden ist. Vom Vater auf den ältesten Sohn, von ihm auf seine jüngeren Brüder wird das Versprechen, dafür Rache zu nehmen, weitergereicht. Denn alle werden getötet, nur Hector, der jüngste, überlebt. Hector verliebt sich in eine Freundin der Tochter von Napoleons Gattin Joséphine und schließt sich gleichzeitig den Rebellen, die den royalistischen Widerstand organisieren, an. Der junge Mann wird zwischen zwei Welten hin und her gerissen. Da ist der Racheeid, den er seinen Brüdern geschworen hat, aber da ist auch seine Bewunderung für Napoleon. Er wird beinahe erschossen und landet schließlich als einfacher Soldat in der Armee Napoleons, wo er hofft, endlich den Tod zu finden und damit seinem Dilemma zu entkommen. Stattdessen warten neue Schlachten auf ihn, er bereist Meere und Ozeane, landet auf Mauritus und auf Burma und wird so ohne es zu wollen zum Helden. Am Ende seines Weges wartet Napoleon auf ihn.
 
Autor
Alexandre Dumas Père wurde am 24. Juli 1802 in Villers-Cotterêts in der Nähe von Paris geboren. Schon früh entwickelte er ein großes Interesse an Literatur und Theater, er schrieb und spielte schon als Jugendlicher Theaterstücke in einer kleinen Scheune nahe seines Hauses. Unterrichtet wurde er von seiner Mutter und seiner Schwester, brachte es jedoch nicht sehr weit. Stattdessen verbrachte er viel Zeit damit, seine Handschrift – die ihm später in Paris die Stelle als Sekretär des Herzogs von Orléans einbringen sollte – zu vervollkommen und sich im Tanzen, Fechten und Schießen zu üben. In der Literatur faszinierten ihn besonders die Abenteuerromane des 16. und 17. Jahrhunderts.
Dumas ist ein wichtiger Vertreter der französischen Romantik. Bekannt und beliebt wurde er durch seinen historischen Abenteuerroman »Die drei Musketiere« (1844) und den Gesellschaftsroman »Der Graf von Monte Cristo« (1845/46).
Zu Anfang seiner Schriftstellerkarriere schrieb er jedoch hauptsächlich Dramen, von denen die meisten in Vergessenheit geraten sind. Dazu gehören die recht erfolgreichen Stücke »Henri III et sa cour« (1829), »Christine« (1830) und »Antony« (1831).
Später begann er dann, Romane zu schreiben und er veröffentlichte seine Werke kapitelweise in den großen Pariser Zeitungen, was ihm eine größere Leserschaft und sich selbst Ruhm und Geld einbrachte.
Er verfasste in Zusammenarbeit mit anderen Autoren wie z.B. Auguste Maquet über dreihundert Romane, von denen die bekanntesten und wohl auch meisterhaftesten »Die drei Musketiere", »Der Graf von Monte Cristo«, »Die Bartholomäusnacht« mitsamt ihrer Fortsetzung »Die Dame von Monsoreau« und »Joseph Balsamo« sind.
Sein Geld gab Dumas mit vollen Händen wieder aus, er war großzügig und veranstaltete oft riesige Feste für seine Freunde. Zur Zeit des Exils in Belgien richtete er eine Tafel ein, an der die verbannten Schriftsteller, darunter auch sein bester Freund Victor Hugo, ein warmes Essen fanden. Er war beteiligt an der Julirevolution und stürmte zusammen mit einem Freund einen Pulverturm vor Paris. Seine zahlreichen Mätressen ließ er nicht fallen, sondern versorgte jede mit einer kleinen Wohnung und einer Pension. Auf die Dauer konnte er sich diesen luxuriösen und ausschweifenden Lebensstil jedoch nicht mehr leisten. Die letzten Jahre vor seinem Tod am 5. Dezember 1870 war er bankrott und lebte bei seinem Sohn.
Als Enkel einer schwarzen Sklavin, dessen Vater selbst noch in der Sklaverei geboren worden war, sah sich Dumas zeitlebens rassistischen Angriffen ausgesetzt.
   
In diesem 1040 Seiten langen Roman werden jede Menge Verschwörungen angezettelt, es gibt Liebesgeschichten und Schlachtengemälde, und viele überraschende Wendungen. Darüber hinaus zeichnet Dumas wunderbare Portraits von Napoleon und Joséphine, von Fouché, Talleyrand und Lord Nelson – ein hinreißendes Lesevergnügen.

» zum Buch
» zum Gespräch mit dem Herausgeber

Quellen: dradio.de, welt.de, artagnan.de, wikipedia.de
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In der letzten Woche fiel der offizielle Startschuss für den Blanvalet-Auftritt bei Facebook und Twitter.

Neben News zu Büchern und Autoren sollen auf Facebook tolle Aktionen gestartet werden, wobei eine große Buchverlosung den Auftakt macht. Schaut vorbei und nutzt die Chance, einer der Gewinner zu werden – www.facebook.com/blanvalet.
 
 

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