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Argentinien-Special – Teil 2

 

Samanta Schweblin - Die Wahrheit über die Zukunft

29. September 2010 | Geschrieben von T-Team

»Samanta Schweblin setzt die in Argentinien große Tradition der Kurzgeschichte mit fantastischer Note, zu der die meisten namhaften Autoren des Landes beigetragen haben, auf sehr aktuelle, inspirierte und entschiedene Weise fort. ... Der schmale Band liegt leicht in der Hand, sein literarisches Gewicht ist jedoch beträchtlich.«
Eberhard Falcke, Die Zeit

Die argentinische Autorin wurde 1978 in Buenos Aires geboren. Sie studierte zunächst Filmwissenschaften an der UBA (Universidad de Buenos Aires) und war Inhaberin einer Agentur für Webdesign. Mit ihrem Roman »Einen Hund töten« (»El nucleo del disturbio«) gewann Samanta Schweblin die argentinischen Literaturpreise Fondo Nacional de las Artes und Concurso Nacional Haroldo Conti.
2008 gewann sie mit ihrer Kurzgeschichtensammlung »Pajaros en la boca« den Casa de las Américas.
Ihre Bücher wurden bereits ins Englische, Französische, Italienische, Spanische und Portugisische übersetzt.
Mit ihren Erzählungen »Die Wahrheit über die Zukunft«, erschienen im März 2010 bei Suhrkamp, sind nun erstmals beide Bücher, zusammengefasst in einem, auch in Deutschland erschien.

»Als sich Sara zu uns umdrehte, war der Vogel nicht mehr da. Ihr Mund, ihre Nase, ihr Kinn und ihre beiden Hände waren blutverschmiert. Sie lächelte beschämt, ihr riesiger Mund verzog und öffnete sich, und ihre roten Zähne ließen mich mit einem Satz aufspringen.«
Der Vater des 13jährigen Mädchens Sara ist völlig fassungslos, als er von deren Mutter erfährt, dass seine Tochter Vögel isst. Lebend, mit Knochen und Federn. Doch auch wenn sie dadurch gesünder und lebendiger als andere Kinder in ihrem Alter aussieht, ist das nicht der eigentliche Grund für Saras Verhalten. Schuld daran ist viel mehr die Trennung ihrer Eltern, mit der das Mädchen nicht umzugehen weiß.

Je tiefer man in die Geschichten von Samanta Schweblin eintaucht, desto häufiger stellt man fest, das erst beim zweiten Hinsehen deutlich wird, was die Autorin dem Leser mitteilen möchte. Sie legt sich auf keinen bestimmten Ort fest, auf keine Zeit, meist lässt sie ihre Hauptfigur in der Ich-Perspektive erzählen. Trotz grauenhafter Bilder erschafft sie so skurrile, unwirkliche Szenarien, dass man automatisch in ihren Sog gerät. So auch in ihrer Schlussgeschichte »Konserven«, in der eine junge Studentin unfreiwillig schwanger wird und ihr Stipendium zu verlieren droht. Sie findet jedoch einen Arzt, der die Schwangerschaft umkehren kann, sodass am Ende die Schwangerschaft gar in einer Mundgeburt endet. Das kleine Etwas, das dabei das Licht der Welt erblickt, wird von der Ich-Erzählerin in einer klaren Flüssigkeit in einem Plastikbehälter bis zum richtigen Zeitpunkt konserviert.

Wer mehr über das Buch und die Autorin erfahren möchte, kann Samanta Schweblin live auf der Frankfurter Buchmesse am 10.10. von 10:00 Uhr bis 11:30 Uhr aus ihrem Roman vorlesen hören.

 
 

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