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Angestaubt

 

Terézia Mora – Alle Tage

30. April 2010 | Geschrieben von T-Team

Die Autorin ist zurzeit mit ihrem Roman „Der letzte Mann auf dem Kontinent“ in aller Munde. Aber es ist nicht ihr erstes Werk, bereits im August 2004 erschien »Alle Tage«.

Am Anfang hängt in einem abgetakelten Bahnhofsviertel ein Mann kopfüber von einem Klettergerüst. Sein Name ist Abel Nema, und man sagt ihm nach, ein Genie zu sein. Doch was nützt das, wenn sich einmal ein Leben derart verändert hat, dass sich nichts und niemand mehr am richtigen Ort befindet – am allerwenigsten man selbst. Zuerst verschwindet der Vater spurlos, dann, nachdem Abel ihm seine Liebe erklärt hat, der Jugendfreund, und schließlich bricht in seinem Heimatland auch noch ein Bürgerkrieg aus – seitdem sitzt er im Westen fest. Immer wieder nimmt er Anlauf, Herr über sein Schicksal zu werden, versucht sich als Lehrer und als Landstreicher, und am Schluss sogar als Ehemann. Er wird, und nicht nur einmal, geliebt, dennoch: »Eines Tages ist der talentierte Mensch, der ich bin, einfach verzweifelt.« Terézia Moras erster Roman ist angelegt als ein Prosa-Labyrinth von seltener Sprachkraft und einem ausgesuchten Reichtum an Bildern, der in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur seinesgleichen sucht. Sie erzählt den Höllentrip eines entwurzelten und wortlosen Mannes, für den es am Ende doch eine Erlösung geben wird.

»Das Buch ist von einer unendlich großen Trauer, Ruhe und ergreifenden Schönheit. Es hat mich bis an die Seele gerührt. Es ist eine Kostbarkeit, dieses Buch.« Elke Heidenreich in »Lesen!«

 
 

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