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Angestaubt

 

Pierre Assouline – Lutetias Geheimnisse

9. April 2010 | Geschrieben von T-Team

Pierre Assouline war Chefredakteur der wichtigsten Literaturzeitschrift Frankreichs („Lire“). Danach rief er die „république des livres“ ins Leben. Auf der Internetseite passouline.blog.lemonde.fr kommentiert und diskutiert er seither das französische Geistesleben. Mittlerweile ist dieser Blog die meistgenutzte Kulturseite im französischen Internet, mit oft 300 Zuschriften täglich. Trotzdem ist Pierre Assouline, so zu sagen „hauptberuflich“, eigentlich einer der erfolgreichsten Schriftsteller und Romanciers Frankreichs. Mit seinem letzten Roman erregte er auch in Deutschland gewaltiges Aufsehen. Die deutschen Kritiker priesen Assoulines Werk. Zwar hatten ihn Lob und Ehre zuvor auch schon die französischen Kritiker in einem schon verdächtigen Übermaß zukommen lassen, aber im Vergleich, so stellt der Autor selbst fest, „sind die deutschen Kritiken tiefgründiger, sachbezogener und besser recherchiert.“

Édouard Kiefer ist Hoteldetektiv des Pariser Luxushotels Lutetia. Er kennt die Gewohnheiten seiner Gäste, ob Heinrich Mann, Peggy Guggenheim oder Saint-Exupéry. Als Paris im Juni 1940 kapituliert, nistet sich der deutsche Geheimdienst unter Wilhelm Canaris in den prunkvollen Räumen ein. Édouard, der von seiner Mutter die Liebe zur deutschen Kultur geerbt hat, wird Dolmetscher und gerät in Verdacht, mit den Nazis zu kollaborieren. In Wahrheit unternimmt er alles, um seine jüdische Geliebte zu beschützen: Natalie Clary, die er seit früher Jugend kennt und verehrt. Nach der Ankunft der Deutschen im Lutetia verschwindet Natalie aus dem Hotel – aber nicht aus dem Leben von Édouard, der bald nicht mehr weiß, wem er dienen soll: dem Land, dem Hotel – seiner einzigen Heimstatt – oder jenen Kollegen, die sich im Widerstand engagieren?

Dieser Roman lässt zunächst den Zauber und die Dekadenz der dreißiger Jahre wiederauferstehen, um dann den Leser hautnah die Angst und die Verzweiflung der vierziger Jahre spüren zu lassen.

 
 

Kommentare

  1. Eselsohr 09.04.2010 12:50 - (Antwort)

    Ich weiß noch, dass ich das mal gelesen habe. Ich weiß auch noch, dass es sehr gut war. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern, wie es ausgegangen ist. Wie praktisch! :-)

 

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