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"Das ist Udo Lindenberg!" - LEBENdIGITAL im Gespräch

20. Oktober 2008 | Geschrieben von Ines Wallraff

Der Gitarrist Detlev Cremer und der Keyboarder Jochen Rausch sind LEBENdIGITAL. Die beiden Musiker brachten 1982, damals noch unter dem Namen "Stahlnetz", ihr erstes gemeinsames Album heraus. Mit ihren vielgerühmten "Fausertracks" machten sie 2005 erstmals von sich reden: O-Ton-Lesungen von Jörg Fauser arrangierten sie mit elektronischer Musik und nahmen so Fausers Herausforderung "Wer liest schon Gedichte?" an. 

Fauserähnlichen Kultstatus, bisher vor allem als Musiker, kann Udo Lindenberg für sich geltend machen: sein letztes Studioalbum hat bereits Platin-Status erreicht. Zum "Club der Lindianer" zählen Jan Delay und Benjamin von Stuckrad-Barre ebenso wie zahlreiche Feuilletonisten.

Mit den "lindenbergtracks" legen Udo Lindenberg und LEBENdIGITAL etwas vollkommen Neues vor: elektronischer Sound unterstreicht die Poetik der Lindenberg´schen Bildsprache, Udo Lindenberg bleibt himself, staubtrocken, keine "musikalische Zuckrigkeit" bricht die Kraft der Sprache. 

 

(c) Tine AckeIm Gespräch erzählen Cremer und Jochen Rausch von Udo Lindenberg und ihrem gemeinsamen Projekt der "lindenbergtracks".


Wie kam es zu der Idee der "lindenbergtracks"?

Detlev Cremer: Wir haben 2005 die Fausertracks gemacht. Dafür vertonten wir Originalton-Gedichte des Schriftstellers Jörg Fauser mit unserer Musik. Das war eine sehr inspirierende Arbeit, aus gesprochenem Wort etwas Neues entstehen zu lassen, eben gesprochene Songs oder besser „spoken songs“, wie wir das nennen.


Aber Jörg Fauser war ein Literat, kein Musiker wie Udo Lindenberg.

Jochen Rausch: Ja, aber wenn man Udo Lindenbergs Texte liest, dann versteht man, dass da viel mehr ist als ein paar Worte für eine Gesangsmelodie. Für mich ist Udo Lindenberg einer der wichtigsten zeitgenössischen Poeten in Deutschland. Er hat sehr persönliche Lieder geschrieben, in denen sich viele Menschen wieder fanden – zum Beispiel „Horizont“ oder „Bis ans Ende der Welt“. Und da waren natürlich auch die gesellschaftspolitischen Themen, beispielsweise seine Songs zur deutsch-deutschen Geschichte. „Sonderzug nach Pankow“ etwa. Das Lied hat sicher mehr bewegt als so manche Rede im Bundestag zum selben Thema.


Zu all diesen Texten gehören aber auch starke Melodien. Kann man darauf verzichten?

DC: Es geht uns nicht darum, das vorhandene Lied in irgendeiner Weise zu verbessern oder zu verändern. Wir machen ja keine Remixe, sondern etwas völlig Neues. Wir rücken den Text und Udos Sprechstimme viel weiter in den Vordergrund, als dies bei einem Song der Fall sein kann.

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„Am Ende eines ganz normalen Tages“

9. Oktober 2008 | Geschrieben von Petra Metzger

© Christian AltorferFranz Hohler hat neue, unterhaltsame Geschichten geschrieben. Mal haben sie persönliche Erlebnisse zum Gegenstand – etwa „Ich werde alt“, „Ich werde noch älter“ - mal reichen sie in seine Geschichte hinein – „Der Vater meiner Mutter“, „Der Vater meines Vaters“. Dann wieder sind es Alltagsbeobachtungen, die als Ausgangspunkt dienen und konsequent weitergedacht eine bizarre oder überraschende Wendung nehmen, z.B. „London 2“. Man erlebt Franz Hohler zu Hause, beim Einkaufen und auf Reisen, in extremen wie unspektakulären Situationen. Die ganze Vielseitigkeit seiner Gedankenwelt findet sich in der Sammlung „Am Ende eines ganz normalen Tages“ Luchterhand Literaturverlag. Besonderen Charme entfaltet natürlich das Hörbuch, denn niemand könnte die typisch Hohlersche Verschmitztheit und seinen Hintersinn besser transportieren als der Autor selbst.

"London 2" hören:

"Genozid" hören:

 "Gutscheine" hören:

 

 
 

wieder stark, wieder wach - Udo Lindenberg und LEBENdIGITAL

7. Oktober 2008 | Geschrieben von Ines Wallraff
(C) Tine Acke

Transformation. "Lyrics" werden Lyrik, diese Texte dann zu "spoken songs":
Udo Lindenberg spricht die Texte seiner eigenen Titel, die von den Musikern Detlev Cremer und Jochen Rausch (LEBENdIGITAL) mit elektronisch-akustischen Tracks neu vertont und so zu den "lindenbergtracks" geworden sind. "Meer der Träume", "Baby, wenn ich down bin" und "Bis ans Ende der Welt" sowie acht weitere seiner Stücke, aufgenommen im Dezember 2007 zuhause bei Udo Lindenberg, im Hamburger Hotel Atlantic. Hier auch erzählt Udo Lindenberg wie die Arbeit an diesem Experiment zu einer Reise durch seine Vergangenheit wurde, wie er seine eigenen Texte neu entdeckte.

Udo, es gibt Texte von Dir, die sind Allgemeingut: "Hinterm Horizont geht’s weiter" oder im "Sonderzug nach Pankow". Welche Ansprüche hast Du an Dich selber beim Texten?

Bei meinen Texten habe ich mir immer vorgestellt, dass sie auch als Gedichte, auch als Lyrik funktionieren. Der Text muss auch ohne Musik dastehen wie eine Eins.

Aber LEBENdIGITAL haben Deinen gesprochenen Texten wieder Sounds und Grooves hinzugefügt.

Man kann ja auch mit den Texten alles Mögliche machen. Man kann sie sprechen, man kann sie wieder neu bearbeiten oder so etwas tun, was jetzt auch LEBENdIGITAL damit gemacht haben. Was dann aber eine echte Überraschung für mich war: die Sounds, die Athmosphären, die Grooves. Ich finde, das ist eine sehr spannende Sache geworden.

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