transatlantik | literatur on air Bücher und Hörbücher, die Wellen schlagen

Sprachliche Hupkonzerte!

26. März 2008 | Geschrieben von Ines Wallraff

Thomas Krüger ist in die Kölner Katakomben des WDR gekrochen und hat einen Schatz gehoben:

Charles Dickens „David Copperfield“, eine 7einhalbstündige Hörspielfassung des WDR von 1957, in der vor allem die Kapitel zu Davids Jugendjahren im Vordergrund stehen. Uns gibt er seine ganz persönliche Schatzkarte zur Hand - Thomas Krüger über den großen Hörspiel-Klassiker:


Nein, es knistert nicht. Auch wenn die akustische Täuschungsbereitschaft des Hörers so etwas erwartet bei einer Aufnahme aus dem Jahr 1957. Es klingt … anders. Vieles wird ja besser, wenn es lange liegt. Bei Rotwein soll es so sein. Und bei Hörspielen?

Ja, auch hier. Bei diesem zumindest. Auf seltsame Art. Der Sprecher beginnt mit ein paar Sätzen zu Charles Dickens. Unverkennbar die 50er Jahre. Ein wenig steif, ungefähr so wie Reitstiefelleder. Auch das Englisch – hervorragend falsch betont. Dickens schrieb für das „Landen Mäggezzein“ heißt es. Der DAAD-geprägte Hörer schmunzelt. Dann beginnt das Hörspiel. Zunächst spricht der Erzähler und stellt klar: Jetzt nur keine Aufregung. Prima! Der Sessel ist weich. Wie war das mit dem Rotwein?


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Geheimnisse der Lektoratsarbeit - Das erste Gespräch ...

20. März 2008 | Geschrieben von Martin Mittelmeier
Autor und Lektor entwickeln in einem ersten Gespräch eine gemeinsame Vision des Buches:
 
 

Im Doppelpack

17. März 2008 | Geschrieben von Susanne Marzak

Mikael Niemi und Gerd Köster im Gespräch über schwedische Socken und den aktuellen Roman „Der Mann, der starb, wie ein Lachs“


© Philipp Böll© Philipp BöllAls Kölnerin wusste ich natürlich, dass der Kölner Gerd Köster unkompliziert, locker und sehr sympathisch ist, daher machte ich mir im Vorhinein gar keine Gedanken darüber, wie das Gespräch mit ihm verlaufen wird. Mikael Niemi aber kannte ich bisher nur von Bildern, ich habe seine drei bisher erschienenen Hörbücher gehört und fragte mich, ob er ein eher verschlossener oder aber ein eloquenter Nordschwede ist. Allerdings sagte ich mir, wer so ein witziges Buch wie beispielsweise „Populärmusik aus Vittula“ schreibt, der muss eigentlich auch unkompliziert und witzig sein, wie kann es anders zusammen gehen? Diese Vermutung wurde auch sofort bestätigt, als mich ein fröhlicher Mikael Niemi mit den Worten begrüßte: „Nice to meet you“ und dann ein noch fröhlicheres „Congratulation!“ hinterher schob. Verdutzt sah ich ihn an, denn mir war in diesem Moment nicht bewusst, wofür er mich begratulierte. Auf meinen fragenden Gesichtsausdruck hin antwortete er prompt mit einem Schalk im Nacken: „Well, Susanna, today it is the international women day, because of that I give you my deep congratulations...“ und sofort wusste ich: Yes! Das wird ein sehr entspanntes, legeres und sicher auch lustiges Gespräch mit den Beiden und konnte es kaum erwarten, mein kleines Aufnahmegerät anzuschalten.


© Philipp Böll


Das Gespräch in voller Länge:


Wenn Sie nur Ausschnitte aus dem Gespräch hören wollen, folgen Sie bitte dem Link:

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Peacemaker - Das Computerspiel zu Krieg und Frieden im Nahen Osten

16. März 2008 | Geschrieben von Martin Mittelmeier
Assaf Gavron ist nicht nur israelischer Schriftsteller und Sänger und Songwriter der Band "Foot and Mouth", sondern hat auch das Computer-Spiel "Peacemaker" mitentwickelt. Wen die üblichen Ego-Shooter langweilen, der kann bei diesem Spiel wahlweise als palästinensischer Präsident oder israelischer Premier sein diplomatisches Geschick versuchen, um einen der drängendsten Krisenherde unserer Zeit zu befrieden:



Assaf Gavron über Peacemaker in der "Zeit"
 
 

„GO WEST!“ – Uraufführung des ersten Theaterstückes von Saša Stanišić in Graz

9. März 2008 | Geschrieben von Martin Mittelmeier


Unter der Leitung von Tom Kühnel und Suse Wächter hatte am Freitag im Schauspielhaus Graz Saša Stanišićs musikalisches Projekt „Go West. Eine Familie wandert aus“ seine Uraufführung: In den 1950er Jahren versucht eine singende österreichische Familie ihr Glück im großen Amerika. Und muss schmerzhaft feststellen, dass man dort auf die Gesänge aus der Heimat nicht unbedingt gewartet hat. Als das Scheitern und die Verzweiflung am größten sind, gibt ihnen ausgerechnet Candy Warhola noch eine Chance – Candy Warhola, die Grande Dame des amerikanischen Unterhaltungsalptraums, an derem unhintergehbarem Kunstverstand und haltlos brutalem Urteil die meisten Karrieren scheitern, bevor sie überhaupt erst angefangen haben.

In einer Umbaupause durften wir mit der atemraubenden Candy sprechen. Erlaubt war zwar leider nur eine (vorgeschriebene) Frage („Was sollen wir tun?“), aber das Gewicht der Antwort macht das locker wett.



Sensationelle Exklusivbilder von der Premierenfeier auf der nächsten Seite.

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"Am liebsten Willa Cather" (Truman Capote)

7. März 2008 | Geschrieben von Patrick Hutsch
Die Darmstädter Jury hat "Meine Antonia" zum Buch des Monats März 2008 gewählt
Begründung der Jury: Die Wiederentdeckung einer großen, zeitlosen Erzählerin
Als Sinclair Lewis 1930 den Literaturnobelpreis erhielt, bemerkte er, dass die Auszeichnung eigentlich Willa Cather gebühre. Die heute fast vergessene Klassikerin der amerikanischen Moderne schrieb mit "Meine Antonia" den vielleicht eindrucksvollsten amerikanischen Roman des 20. Jahrhunderts. Es ist die Geschichte einer jener starken, mutigen Frauen, die Amerikas Herzland urbar gemacht haben.

Die unendlichen Weiten des Graslands, die Prärie im Herzen Nordamerikas - hierher zieht es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die böhmische Familie Shimerda. Wie Millionen Menschen aus der Alten Welt erhofft sie sich ein besseres Leben. Als der Nachbarjunge Jim die kleine Antonia zum ersten Mal sieht, lebt deren Familie noch in einem armseligen Erdloch. Doch das Mädchen lässt sich weder von harter Arbeit, vom tragischen Tod ihres Vaters noch von den viktorianischen Rollenvorstellungen daran hindern, die ungezähmte Natur zu erkunden, sich von der Grenzenlosigkeit des Landes mitreißen zu lassen, sich ihrem Lebenshunger hinzugeben. Antonia ist klug, zielstrebig und schön. Wild entschlossen nimmt sie ihr Schicksal in die Hand. Eine unsentimentale, meisterhaft erzählte Hommage an eine grandiose Natur und an jene Menschen, die in der Neuen Welt für ein freies Leben aus eigener Kraft kämpften. In der Neuübersetzung von Stefanie Kremer, mit einem Nachwort von Elke Schmitter.

Willa Cather übersiedelte (1876–1947) mit ihren Eltern von Virginia nach Nebraska, wo sie mit der unermeßlichen Prärie, aber auch mit den dortigen Einwanderern aus der Alten Welt Bekanntschaft schloß. Diese Erfahrungen eines Neben- und Miteinander verschiedener Ethnien, Religionen und Kulturen prägten sie tief. Obwohl sie als Lehrerin, Redakteurin und später als erfolgreiche Schriftstellerin vor allem in New York lebte, spielen ihre Werke meist in der heroischen Weite der Prärie des amerikanischen Westens und Südwestens, der sie so ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Willa Cather erhielt den Pulitzer-Preis und gilt als eine der großen amerikanischen Erzählerinnen. Mit "Antonia" schuf sie eine der bedeutendsten Frauengestalten der modernen Literatur.