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Reinhard Mohn verstorben

5. Oktober 2009 | Geschrieben von T-Team

Reinhard Mohn, Unternehmerpersönlichkeit und langjähriger Verlagsleiter von Bertelsmann, ist vergangenen Samstag im Alter von 88 Jahren auf seinem Hof in Steinhagen bei Gütersloh verstorben.

Mohn ebnete dem Unternehmen seinen Weg von einem mittelständischen Familienbetrieb zu einem internationalen Medienkonzern und hat so die deutsche und internationale Verlagslandschaft nachhaltig beeinflusst.

1947 übernahm Reinhard Mohn die Leitung des C. Bertelsmann Verlages von seinem Vater Heinrich Mohn, nur zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Damit leitete die Familie Bertelsmann/Mohn das Unternehmen seit seiner Gründung durch Carl Bertelsmann 1835 bereits in der fünften Generation.

Am 1. Juni 1950 wurde der Bertelsmann Lesering ins Leben gerufen, aus dem später der heutige Club Bertelsmann hervorgehen sollte. Dessen Konzept, Bücher im Abonnement zu verkaufen, bezeichnete Mohn als die „Königsidee“. Sie war der Grundstein für den beeindruckenden Aufstieg des Konzerns. Nach einem Jahr hatte der Lesering mehr als 100.000 Mitglieder. Nach vier Jahren waren es eine Million. Schon bald wurde der Bertelsmann Lesering zum Symbolträger des deutschen Wirtschaftswunders.

Bald gehörten neben C. Bertelsmann zehn weitere Verlage zu dem Unternehmen, die 1968 zur Bertelsmann Verlagsgruppe zusammengefasst wurden. 1972 zogen die Publikumsverlage nach München, weitere Verlage wie Blanvalet (1974) und Goldmann (1978) wurden übernommen. Es folgten einige Amerikanische Verlage. So etwa 1998 der Random House Verlag, nach dem die Verlagsgruppe heute benannt ist. Sie zählt mittlerweile allein in Deutschland 42 Verlage und ist eine der größten Verlagsgruppen überhaupt.

Und selbst das ist nur ein kleiner Teil der heutigen Bertelsmann AG. Diese umfasst außerdem den Mediendienstleister Arvato, die Bertelsmann Direct Group, sowie große Anteile der RTL Group und der Zeitschriften-Gruppe Gruner+Jahr.

Wer erlebte, wie er bis zuletzt bei seinen täglichen Gängen zwischen der Bertelsmann Stiftung und der Bertelsmann AG jeden Mitarbeiter persönlich grüßte, auch mit den jungen Mitarbeitern scherzte und sprach, der spürte genau: Bertelsmann war sein Leben.

 
 

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